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02.05.2019 Nikolas Kessler

Deutsche-Bank-Aktie: Morgan Stanley rät zum Verkauf – die Hintergründe

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Deutsche Bank

Nach dem Ende der Fusionsgespräche hat die US-Investmentbank Morgan Stanley die Aktie der Deutschen Bank wieder unter die Lupe genommen. Das Urteil der Analysten fällt dabei jedoch wenig schmeichelhaft aus – sie fürchten weiteres Abwärtspotenzial. Am Donnerstag kann die Aktie aber trotzdem moderat zulegen.

Das Scheitern der Fusionsverhandlungen verhindere zügige Verbesserungen der Profitabilität, kritisiert Morgan-Stanley-Analystin Magdalena Stoklosa in einer aktuellen Studie. Zudem stehe nun ein großes Fragezeichen hinter der künftigen strategischen Ausrichtung der Deutschen Bank.

So könnten durch eine Verschlankung des Investment-Geschäfts zwar gebundenes Kapital freigesetzt und Gewinne gesteigert werden. Entsprechende Restrukturierungen bei Konkurrenten wie UBS und Credit Suisse hätten jedoch gezeigt, dass dafür zunächst viel Zeit und Geld nötig ist. Selbst eine Kapitalerhöhung schließt die Expertin in diesem Fall nicht aus.

Außerdem warnt sie davor, dass die Erlöse der Deutschen Bank weiter unter Druck geraten könnten. Die Gründe dafür seien das Überangebot im Investmentbanking, das anhaltende Niedrigzinsumfeld und der drohende Verlust weiterer Marktanteile.

Boden noch nicht erreicht

Entsprechend hat die Analystin die Aktie mit einem „Underweight“-Rating und einem Kursziel von 6,80 Euro aufgenommen. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau signalisiert sie damit rund zehn Prozent Rückschlagspotenzial.

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Quelle: Bloomberg

Mit ihrer Einstufung vertritt Stoklosa die aktuelle Mehrheitsmeinung der Analysten zur Aktie der Deutschen Bank: Laut Bloomberg stehen 18 Verkaufsempfehlungen derzeit 13 Halte- und nur eine Kaufempfehlung gegenüber. Gemessen am Konsensziel von 7,45 Euro sehen die Analysten das Papier auf dem aktuellen Niveau im Schnitt jedoch nahezu fair bewertet.

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Auf der Watchlist

Ungeachtet der Verkaufsempfehlung von Morgan Stanley hat die Deutsche-Bank-Aktie am Donnerstagvormittag zunächst bis zu drei Prozent zugelegt. Im Tagesverlauf musste sie einen Großteil der Gewinne jedoch wieder abgeben.

Angesichts der strategischen Unsicherheit und des trüben Chartbilds rät auch DER AKTIONÄR derzeit vom Kauf der Aktie ab. Mutige Anleger können stattdessen auf eine Fortsetzung der technischen Erholung bei der Commerzbank-Aktie setzen.

Mehr zur Aktie der Deutschen Bank und den geplatzten Fusionsgesprächen lesen Sie auch im neuen AKTIONÄR (Ausgabe 19/2019) – hier geht’s zum E-Paper.

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