14.02.2010 Leon Müller

Day-Trader NoggerT im Exklusiv-Interview

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DAX
Trendthema

NoggerT, Deutschlands bekanntester Day-Trader, spricht im Interview mit dem AKTIONÄR über die richtige Strategie an der Börse, seine Favoriten, die größten Fehler von Trading-Anfängern und warum Daytrading manchmal wie ein Hürdenlauf ist.

Unter dem Pseydonym NoggerT hat sich Fahot Afzalyar in der Finanz-Community einen Namen gemacht. Im AKTIONÄRs-Interview gewährt der erfolgreiche Trader, der seine Empfehlungen auf Trade24.de preisgibt, exklusive Einblicke. 

DER AKTIONÄR: Herr Afzalyar, das Börsenjahr 2010 ist noch jung. Wie fällt Ihr erstes Zwischenfazit aus?

Fahot Afzalyar: Der DAX hat in den letzten Wochen mehr als 600 Punkte vom Jahreshoch abgegeben. Das Jahr dürfte erneut schwierig und volatil werden. Aber gerade in solchen Zeit kann man "durch traden" viel Geld an den Märkten verdienen, was ich bei Trade24.de täglich unter Beweis stelle.

Sind Sie mit der bisher erzielten Performance zufrieden?

Unter dem Strich bin ich durchaus zufrieden. Man soll den Tag aber nicht vor dem Abend loben, abgerechnet wird am Jahresende.

Was war bisher Ihr bester Trade 2010?

Pacific Ethanol stieg nach meiner Empfehlung binnen eines Tages um 108 Prozent. Ich hatte zwar eine überschaubare Position, aber bei der Kurssteigerung war es trotzdem ein ansehnlicher Gewinn. Aber auch im DAX, MDAX und TecDAX waren in diesem Jahr viele gute Empfehlungen dabei.

Welche Märkte machen aktuell am meisten Spaß?

Mit Abstand der US-Markt. Die Volatilität und die dazu gehörigen Umsätze sind einfach der Hammer. Ich stelle täglich einen Tagesfavoriten, Short-Kandidaten und Hot-Stock vor, jeweils inklusive deutschem Kürzel.

Auf meiner Watchlist habe ich über 20.000 Aktien, die ich alleine in den USA und Kanada täglich screene. Meine Aufgabe ist es anhand von Charts, News und Momentum die stärksten und schwächsten Aktien herauszupicken. Denn unter tausenden von Aktien gibt es immer eine Handvoll, die sich gegen den Trend behaupten kann.

Liegt Ihr Fokus auf dem Aktienhandel oder eher im Bereich Hebelprodukte?

Ich nutze das gesamte Spektrum. Das ist wie Hürdenlaufen, ein Läufer kann nicht erfolgreich sein, wenn er nur ein Bein benutzt. Ich empfehle auch täglich einen Derivate-Tipp auf der Long- und der Short-Seite. Allein im Januar 2010 waren 30 Derivate-Tipps dabei, die nach der Empfehlung prozentual zweistellig zulegen konnten. Die beste Derivate-Empfehlung hat sich binnen zwei Tagen sogar fast vervierfacht.

Dank der Turbos kann man heutzutage bereits mit Kleingeld an der Börse spekulieren. Da reichen bereits schon Mini-Einsätze von 50 bis 100 Euro aus. Trotzdem dürfen die Risiken nicht übersehen werden. Ich rate meinen Lesern nur das einzusetzen, was man auch abschreiben kann.

Wie sieht Ihre typische Exit-Strategie aus? Verkaufen Sie eine Aktie, wenn das Kursziel erreicht ist oder ziehen Sie lediglich den Stopp nach?

Der Exit ist ein Mix aus Charttechnik und Erfahrung. Ich suche im Jahreschart nach Widerständen. Wenn mein Wert auf diesen Widerstand trifft, verfolge ich live das Kursverhalten. Sollte sich ein Widerstand als leichte Hürde herausstellen, lasse ich den Wert laufen, wobei ich Stopps immer konsequent nachziehe. Stopps zu beachten ist die wichtigste Regel für Trader, um langfristig erfolgreich zu sein.

Wie geht es weiter mit DAX und Co? Welche Kursentwicklung erwarten Sie im laufenden Jahr?

Es dürfte weiter hoch volatil zugehen. Wer am Marktgeschehen teilnehmen will, sollte ein dickes Fell mitbringen. Ich sehe den DAX in einer Range zwischen 4.800 und 6.600 Punkten. Auf eine genaue Marke kann und will ich mich nicht fixieren. Als Day-Trader muss ich mir zum Glück wenig Gedanken darüber machen.

Welche Aktien favorisieren Sie aktuell auf mittelfristige Sicht?

BWIN ist für spekulativ orientierte Anleger interessant. Nach den jüngsten Kurssteigerungen würde ich aber zunächst eine Konsolidierung abwarten. Auch Sistema, Russlands größten Reiseanbieter, finde ich interessant. Im DAX kann man sich langsam eine MAN bei 48 Euro anschauen. Solarfans können sich nach der jüngsten Korrektur eine Yingli Green auf die Watchlist setzen.

Welche Ratschläge würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben?

Nicht sofort blind drauflos zu investieren, sondern zunächst einmal in einem Tagebuch seine Ideen schriftlich zu protokollieren. Klappen diese Paper-Trades über einen längeren Zeitraum, kann man dies mit kleineren Beträgen live umsetzen. Denn zwischen der Theorie und dem Handel mit echtem Geld liegt eine große psychologische Hürde. Nachdem man dann mit eigenem Kapital seinen Erfolg fortgeschrieben hat, kann man die Beträge steigern. Dabei sollte man bereits von Anfang an auf das Money-Management achten.

Welche Fehler sollte man vermeiden?

Ungeduld, Gier und zu hohe Risiken sind verantwortlich für die häufigsten Fehler. Und Stopps nicht einzuhalten. So sehr es auch schmerzt, in einem Trade auf der Long-Seite ausgestoppt zu werden, nur um danach der Aktie beim Steigen zuzuschauen - Stopps sind überlebenswichtig. Ein nicht eingehaltener Stopp kostet hart erarbeitetes Geld.

Börse ist wie ein Spiel. Wer sich an gewisse Regeln hält, der hat auch gute Chancen an der Börse zu überleben.

Vielen Dank für das Interview.

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