Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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19.07.2021 Marion Schlegel

DAX zum Wochenstart mit Verlusten erwartet, schwache Vorgaben aus Asien, kein Handel in Japan – das ist heute wichtig

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DAX

Nach der letztlich schwachen Vorwoche zeichnen sich im DAX am Montag weitere Verluste ab. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem Handelsbeginn 0,6 Prozent tiefer auf 15.445 Punkte. Am vergangenen Mittwoch hatte der DAX mit 15.810 Punkten einen weiteren Rekordstand erreicht, dann jedoch gedreht und auf Wochensicht rund ein Prozent verloren. Auch an der Wall Street entfernten sich die Indizes von ihren Rekordniveaus.

DAX (WKN: 846900)

Nun droht dem DAX abermals ein Rutsch unter die 50-Tage-Linie, die er am Freitag noch mit Mühe verteidigen konnte. Sie gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend. Die Zwischentiefs von Mitte Juni und Anfang Juli bei knapp über 15.300 Punkte rücken in den Fokus. Von hier aus war dem DAX jeweils eine rasante Erholung gelungen.

Mit Blick auf die gerade gestartete Berichtssaison zum zweiten Quartal ist der Marktstratege Mislav Matejka von JPMorgan optimistisch. Sie könnte noch stärker werden als die nach dem Auftaktquartal, bei zurückhaltenderer Stimmung der Anleger, so der Experte. Verglichen mit dem Vorkrisenniveau von 2019 erscheinen ihm die Erwartungen nicht allzu ambitioniert. Auch die Marktexperten der Credit Suisse setzen in den nächsten Monaten weiter auf Aktienanlagen.

Die US-Börsen haben am Freitag nachgegeben. Ein Grund dafür dürfte wohl gewesen sein, dass sich das Konsumklima im Juli überraschend eintrübte. Das Rekordhoch des Dow Jones Industrial aus dem Monat Mai bei knapp 35.092 Punkten bleibt dennoch in Reichweite. Bis Handelsschluss sank der Dow Jones um 0,9 Prozent auf 34.687,85 Punkte, womit im Wochenverlauf aktuell ein Minus von 0,5 Prozent zu Buche steht.

Die wichtigsten Börsen in Asien sind überwiegend mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Der Hang Seng in Honkong fiel zuletzt um rund eineinhalb Prozent und der CSI-300-Index, der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, war zuletzt kaum verändert. Südkorea und Australien verzeichneten Kursverluste. Die Börse in Japan war am Montag aufgrund eines Feiertags geschlossen.

DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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