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26.02.2021 Marion Schlegel

DAX zum Wochenschluss deutlich im Minus erwartet, Inflationsangst belastet – das ist heute wichtig

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DAX

Die steigenden Renditen am US-Anleihenmarkt aus Furcht vor Inflation bereiten den Aktien-Anlegern weltweit immer größere Sorgen. Nach am Donnerstag sehr schwachen US-Börsen und ebenso kräftigen Verlusten in Asien wird hierzulande auch der DAX am Freitag deutlich tiefer erwartet. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem Xetra-Start mit einem Abschlag von 1,4 Prozent auf 13.692 Punkte.

Am Vortag hatte der DAX noch einen kurzen Ausflug über die 14.000 Punkte gewagt und in Richtung Rekordhoch tendiert, wurde aber rasch wieder zurückgeworfen. Die runde Marke erweist sich schon seit längerem als zu hohe Hürde. Auf Wochensicht liegt das Barometer gemessen an der aktuellen vorbörslichen Indikation mit mehr als zwei Prozent im Minus.

DAX (WKN: 846900)

Auch wenn Notenbanken argumentierten, höhere Zinsen seien Ausdruck sich aufhellender Wirtschaftsaussichten, seien andererseits Aktien teils sehr hoch bewertet, erläuterte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Anleger nähmen daher die Gelegenheit wahr, weiter Gewinne zu realisieren und das Geld nun in andere Anlagen zu investieren. Höhere Zinsen lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren in einem schlechteren Licht dastehen. Jüngst war der Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen auf über 1,5 Prozent geklettert.

Der US-Leitindex Dow Jones verlor am Donnerstag 1,8 Prozent auf 31.402,01 Punkte, nachdem er am Mittwoch noch erstmals über 32.000 Punkte geklettert war. Der marktbreite S&P 500 knickte um 2,5 Prozent auf 3.829,34 Punkte ein und der technologielastige Nasdaq 100 sackte um 3,6 Prozent auf 12.828,31 Punkte ab. Es war der größte prozentuale Tagesverlust seit Oktober letzten Jahres.

Die Inflationsangst hat auch die Börsen Asiens am Freitag nach unten gezogen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sackte um vier Prozent auf 28.966 Punkte ab. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, fiel zuletzt um 2,6 Prozent und in Hongkong ging es für den Hang Seng zuletzt um 3,3 Prozent abwärts.

Nikkei 225 (ISIN: DE000DB2KFD1)

Auf der Terminseite gibt es zum Wochenschluss Zahlen von BASF, und der Deutschen Telekom. Konjunkturseitig steht am Nachmittag unter anderem das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan auf dem Programm.

DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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