Der deutsche Leitindex hat am Dienstag wieder deutlich Boden gutmachen können und sich deutlich von den Verlaufstiefs nach der Eskalation im Nahen Osten rund um den Iran wieder lösen können. Zum Handelsende stand ein Kursplus von knapp 2,4 Prozent an der Frankfurter Wertpapierbörse auf der Kurstafel.
Auslöser war, dass US-Präsident Donald Trump zunächst die Freigabe strategischer Ölreserven in Erwägung gezogen und Medien berichtet hatten, dass er auch eine Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland überdenke. In einem Telefoninterview mit dem US-Sender CBS News hatte Trump schließlich den Iran-Krieg für "so gut wie beendet" erklärt.
Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank blieb dennoch vorsichtig: "Die Gefahr für die Börsen ist nicht gebannt." Die Frage bleibe, ob der Iran derselben Meinung sei. Zudem gab es von Israel keine Bekräftigung der Aussagen Trumps, sondern nur den Kommentar des Außenministers Gideon Saar, dass "kein endloser Krieg angestrebt" sei.
Weiterhin bewegte sich der DAX, der tags zuvor auf ein Tief seit Mai 2025 abgesackt war, konträr zum Auf und Ab der Ölpreise. Am Montagmorgen war der Preis für die Rohöl-Sorte Brent zeitweise bis auf knapp 120 US-Dollar je Fass geklettert. Im Handelsverlauf hatte dann eine Gegenbewegung eingesetzt und sich nach dem europäischen Börsenschluss sowie auch am Dienstagmorgen beschleunigt.
Unter den Einzelwerten war die Erholung besonders bei den Anteilen von Bayer und Siemens Energy zu spüren. Die DAX-Werte konnten gut fünf Prozent zulegen. Auch die Aktie des Reifenherstellers Continental präsentierte sich in einer starken Verfassung. Gut zwei Prozent nach unten ging es hingegen für das Papier der Software-Schmiede SAP.
Mit Oracle wird ein namhafter US-Konzern aus der Peergroup der Walldorfer am heutigen Dienstag nach US-Börsenschluss frische Quartalszahlen vorlegen. Diese dürften am morgigen Mittwoch einen Einfluss auf die SAP-Aktie haben.
Die Lage am Gesamtmarkt bleibt trotz der marktbreiteren Erholungsbewegungen angespannt. DER AKTIONÄR wird über die weiteren Entwicklungen berichten.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 18:27