DAX‑Schluss: Rheinmetall‑Schock belastet Frankfurter Parkett

DAX‑Schluss: Rheinmetall‑Schock belastet Frankfurter Parkett
Foto: Stonel/Shutterstock
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Philipp Schleu Heute, 18:30 Philipp Schleu

Der DAX hat am Mittwoch seine Talfahrt fortgesetzt und ist mit einem Minus von 0,62 Prozent auf 24.740,36 Punkte aus dem Handel gegangen. Damit rutschte der deutsche Leitindex weiter unter die Marke von 25.000 Zählern. Besonders kritisch bewerten Marktanalysten das Unterschreiten der charttechnisch relevanten 21-Tage-Linie, die in der Branche als kurzfristiges Warnsignal gilt.

Der Grund für die trübe Stimmung in Frankfurt: Die Zurückhaltung der Anleger vor den nachbörslich erwarteten Quartalszahlen des US-Chipriesen Micron Technology. Während die Börsen in den USA und an anderen europäischen Handelsplätzen wie Paris oder London Zuwächse verzeichneten, blieb das deutsche Börsenumfeld in einer abwartenden Defensive.

Rheinmetall-Aktie bricht ein, TKMS profitiert

Im Fokus stand vor allem Rheinmetall. Das Rüstungsunternehmen erlebte einen schwarzen Tag: Die Aktie verlor 18,7 Prozent an Wert und rutschte erstmals seit mehr als einem Jahr unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Euro. Auslöser für den Absturz ist die Stornierung des Großprojekts für Fregatten des Typs F126 durch das Verteidigungsministerium. Aufgrund von Kostensteigerungen und juristischen Risiken wurde das Programm gestoppt.

Rheinmetall (WKN: 703000)

Der Rüstungskonzern TKMS hingegen ist der große Gewinner der Neuordnung. Da das Ministerium stattdessen auf das Meko-200-Konzept setzt und das Volumen verdoppelt hat, schossen die Titel von TKMS im MDax um 16,1 Prozent in die Höhe.

Chip-Sektor im Wartemodus, MTU mit Erholung

Auch bei den deutschen Chipwerten dominierten die Bären. Investoren agierten vorsichtig, da die Ergebnisse von Micron als „Lackmustest“ für die gesamte KI-Branche gelten. Infineon-Aktien gaben infolge dieser Unsicherheit um weitere 1,2 Prozent nach.

Ein Lichtblick im DAX war hingegen MTU Aero Engines. Das Papier stieg um knapp sechs Prozent. Analysten von JPMorgan begründen dies mit einer positiven Prognose, getrieben durch sinkende Treibstoffkosten in der Luftfahrtbranche, die das Triebwerksgeschäft stützen. Ebenfalls gefragt: United Internet und die Tochter 1&1. Nach einer Hochstufung durch die Bank Barclays gewannen die Titel spürbar an Boden, beflügelt durch Hoffnungen auf eine fundamentale Erholung sowie mögliche Konsolidierungsschritte.

MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT)

Enthält Material von dpa-AFX

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