17.08.2018 Thomas Bergmann

DAX-Erholung im Keim erstickt - Aufwärtstrend in akuter Gefahr

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DZ Bank Knock-Out DAX

Die Türkei-Krise hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt weiter fest im Grigg. Am Freitagnachmittag notiert der DAX unter 12.200 Punkten und damit unweit des langfristigen Aufwärtstrends. Sollte der gebrochen werden, drohen noch weitaus kräftigere Abschläge.

Während die Wall Street läuft und läuft, kommt der DAX einfach nicht aus dem Quark. Neben Türkei- und Yuan-Krise und dem Handelsstreit zwischen USA und China sind es aber auch hausgemachte Probleme, die eine Erholung verhindern. In der abgelaufenen Handelswoche war es das Schwergewicht Bayer, dessen Börsenwert nach einem negativen US-Urteil gegen die Tochter Monsanto um fast ein Fünftel zusammenschmolz und der dem DAX 161 Punkte entzog.

Aufwärtstrendlinie bei 12.076 Punkten

Es fehlen nur noch 100 Zähler und der langfristige, seit 2009 gültige Aufwärtstrend wird gebrochen. Das wäre aus technsicher Sicht eine mittlere Katastrophe, da sich in solchen Fällen normalerweise weitere Kursverluste anschließen. Das Jahrestief bei 11.726 Zählern dürfte dann aller Voraussicht nach getestet werden.

Die Hoffnung der Anleger besteht jetzt darin, dass der türkische Machthaber Erdogan im Streit mit den Amerikanern einlenkt und die Notenbank unabhängig walten lässt, um Schlimmeres zu verhindern. Außerdem wäre China gut beraten, in den Verhandlungen mit den USA Kompromissbereitschaft zu zeigen.

Aus technischer Sicht bietet die Marke bei 12.104 Punkten, dem Juni-Tief, noch eine signifikante Unterstützung. Spätestens hier sollten die Bullen das Ruder wieder übernehmen.

Short läuft gut an

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