04.05.2020 Marion Schlegel

DAX: Deutliches Minus erwartet – das ist diese Woche wichtig

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DAX

An den Aktienmärkten dürfte sich zum Start in die Woche die Stimmung weiter eintrüben. Rund zwei Stunden vor Beginn des Xetra-Handels wurde der DAX am Montagmorgen beim Broker IG auf 10.479 Punkte und damit rund dreieinhalb Prozent unter dem Stand vom Donnerstagschluss taxiert. Am Freitag wurde in Deutschland wegen des Feiertags "1. Mai" nicht gehandelt. Zum Ausklang der verkürzten letzten Handelswoche im April hatte der DAX mehr als zwei Prozent verloren und damit das Wochen- und Monatsplus etwas reduziert.

Trotz der Verluste am Donnerstag belief sich der Anstieg in der vergangenen Woche noch auf rund fünf Prozent. Im April hat sich der deutsche Leitindex um etwas mehr als neun Prozent erholt, nachdem er allerdings während des Corona-Crashs auch um bis zu 40 Prozent eingebrochen war. In den kommenden Tagen steht vor allem die Frage im Fokus, wie nachhaltig die Erholung der vergangenen Wochen war – richtungsweisend wird dabei weiter die Entwicklung der Corona-Pandemie sein.

DAX (WKN: 846900)

In Deutschland geht zudem in dieser Woche die Berichtssaison mit der Vorlage von Zahlen zahlreicher DAX-Unternehmen weiter. Am Montag geht es hier allerdings noch ruhig zu – zum Wochenauftakt gibt es nur Zahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe wie Klöckner & Co oder Stabilus. Offen ist noch die Reaktion des Marktes auf die am Donnerstagabend gestrichene Prognose der Allianz. Am Dienstag folgen unter anderem die Zahlen von Siemens Healthineers und von Infineon. Am Mittwoch stehen Lanxess, Fresenius, BMW und Morphosys auf dem Programm. Am Donnertag berichten beispielsweise die Munich Re und ProSiebenSat.1. Siemens und Rheinmetall berichten am Freitag.

Konjunkturseitig stehen am Vormittag zahlreiche Einkaufsmanagerindizes aus europäischen Ländern an, am Nachmittag kommt zudem der Auftragseingang der US-Industrie.

DER AKTIONÄR wird alle wichtigen Entwicklungen an den nationalen und internationalen Börsen genau analysieren und zeitnah nachverfolgen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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