Aktion: Jetzt Gratis-Abo sichern
08.02.2019 Jochen Kauper

Daimler: Dividende runter, schwache Prognose – woher könnten neue Impulse für die Aktie kommen?

-%
Daimler

Das Zahlenwerk für das vierte Quartal lag grundsätzlich im Rahmen der Erwartungen. Daimler setzte 46,6 Milliarden Euro um. Erwartet wurden von den Analysten 45,5 Milliarden Euro. Das EBIT ging von 3,42 Milliarden Euro auf 2,67 Milliarden Euro zurück. Einzig und alleine die Dividende lag unter den Erwartungen. Wobei man festhalten sollte, dass Daimler trotz eines unruhigen Marktumfelds eine Dividende von 3,25 Euro ausschütten wird. Das entspricht auf dem aktuellen Kursniveau einer knackigen Dividendenrendite von 6,1 Prozent!

Damit ist Daimler führend unter den DAX-Werten. Es folgen die Allianz mit 4,7 Prozent und die Munich Re mit einer Rendite von 4,5 Prozent.

Ausblick ernüchternd
Der Ausblick von Daimler ist enttäuschend. Zugegeben, woher sollen die positiven Impulse bei den Absätzen auch kommen? der US-Automarkt hat seinen Zenit längst überschritten. Und sogar der wichtiste Automarkt der Welt, China, begann das erste Mal seit 20 Jahren zu schwächeln.

Woher sollen also die positiven Impulse für die Daimler-Aktie kommen?
Anleger können auf Ola Källenius setzen. Bei der der nächsten Hauptversammlung im Mai wird Dieter Zetsche das Zepter an Källenius übergeben. Er könnte aber als neuer Chef neue Akzente setzen. Sei es in Sachen Elektromobilität, selbst fahrende Autos oder der Fertigung von Batterien.
Auch die Partnerschaft mit Geely könnte nun endlich Früchte tragen. Auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch sagt Zetsche, man stehe in Verhandlungen über eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Geely. „Wir sind in Gesprächen über andere Themen, die eine größere Dimension haben", sagte Zetsche.

Endlich möchte man meinen. Oft musste man sich in den letzten Monaten die Frage stellen, warum Geely-Chef Li Shufu 7,5 Milliarden Euro in die Hand genommen hat, um eine Beteiligung an Daimler zu kaufen? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, eine andere Automarke zu kaufen. Oder eine eigene Batteriefabrik hoch zu ziehen?
Vielleicht werden Geely und Daimler das „Problem“ einer gemeinsamen Batteriefabrik zusammen mit Geely-Partner CATL lösen.

Auch die Gespräche mit Tesla könnten der Daimler-Aktie helfen. Warum nicht zusammen Elektro-vans bauen? Fakt ist: Daimler und Tesla sprechen über mögliche Projekte bei Lieferfahrzeugen mit Elektroantrieb. Ausgangspunkt sei ein Tweet von Tesla-Chef Elon Musk im November gewesen, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Stuttgart.

Daimler könnte auch von weiteren, neuen Kooperationen profitieren. Der Deal mit BMW ist ein erster Schritt. Warum nicht den einen oder anderen Autobauer noch mit ins Boot holen um die Elektromobilität oder autonomes Fahren voranzutreiben?


Schwacher Gesamtmarkt - 200-Tage-Linie im Blick
Ein Test der 90-Tage-Line bei 50,73 Euro ist derzeit durchaus möglich. Der Schwächeanfall des Gesamtmarkts trägt ohnehin dazu bei, dass die wichtige 200-Tage-Linie wieder in weite Ferne gerückt ist.
Erst mit dem Sprung über die horizontalen Hürden im Bereich zwischen 53,50 und 54,80 Euro würde sich das Chartbild der Daimler-Aktie wieder aufhellen.

Buchtipp: Der letzte Führerscheinneuling

Feierabend. Bei Uber einen selbstfahrenden Tesla bestellt, der mich fünf Minuten später am Büro abholt und nach Hause bringt. Danach verschwindet das Elektroauto lautlos in der Nacht. Klingt nach Zukunft. Ist es auch. Aber sehr nahe Zukunft. Was bedeutet die Kombination aus autonomem Fahren, Elektromobilität und Sharing Economy für Taxifahrer, Lkw-Fahrer, Arbeiter bei VW und BMW oder Betreiber von Parkhäusern? Wie sehen die Städte der Zukunft aus und welche Herausforderungen bringen sie mit sich? Silicon-Valley-Insider Dr. Mario Herger über eine der größten Umwälzungen seit der Dampfmaschine.

Autoren: Herger, Mario
Seitenanzahl: 512
Erscheinungstermin: 12.10.2017
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-538-0