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20.09.2019 Nikolas Kessler

Commerzbank: Zwei Milliarden für den Umbau? Klarheit spätestens am Freitag

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Commerzbank

Bei der Commerzbank beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der kommenden Woche über die künftige Strategie. Erste Spekulationen über Umbaumaßnahmen und deren Finanzierung gibt es bereits, doch die sind nicht unumstritten.

So erwägt die Commerzbank offenbar einen Verkauf ihrer Beteiligung an der polnischen Tochter M-Bank. Das meldete am Freitag das Handelsblatt unter Berufung auf Insider. Die Commerzbank hält aktuell 69,3 Prozent der M-Bank-Anteile. Ein Verkauf zum aktuellen Kurs könnte fast zwei Milliarden Euro in die Kasse spülen – Geld, das CoBa-Chef Martin Zielke für mögliche Umbaumaßnahmen gut gebrauchen könnte.

Ein möglicher Verkauf ist allerdings nicht unumstritten, schließlich gilt die M-Bank als Innovationstreiber und Ertragsbringer. Eine Commerzbank-Sprecherin wollte die Meldung gegenüber dem Handelsblatt nicht kommentieren.

Wichtiger Termin am 27. September

Klarheit dürfte aber spätestens am nächsten Freitag (27. September) herrschen – dann sollen die Ergebnisse der Strategiesitzung von Vorstand und Aufsichtsrat verkündet werden. Zuvor berät das Top-Management am Mittwoch und Donnerstag über mittel- und langfristige Weichenstellungen – ohne Tabus, wie aus der Bank zu hören ist.

Im Gespräch seien dabei auch Filialschließungen und der Abbau weiterer Arbeitsplätze. Einen Radikalumbau – wie ihn aktuell die Deutsche Bank vollzieht – erwarten Beobachter bei der Commerzbank aber nicht. Nichtsdestotrotz müssen Mittel und Wege gefunden werden, um die Profitabilität wieder zu steigern – zumal sich zum anhaltenden Niedrigzins auch die Angst vor einem Konjunkturabschwung gesellt hat.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die Erwartungen an die Strategieanpassung bei der Commerzbank sind hoch und haben zur jüngsten charttechnischen Erholung der Aktie beigetragen. Ob Vorstandschef Zielke diese Erwartungen erfüllen und die Commerzbank wieder auf den Wachstumspfad zurückführen kann, steht allerdings in den Sternen. DER AKTIONÄR rät daher, zunächst konkrete Maßnahmen abzuwarten. 

Mit Material von dpa-AFX.

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