Inflationsangst: nicht mit diesen Aktien!
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11.05.2021 Fabian Strebin

Commerzbank vor Deal im Aktienhandel: Morgen ist der Tag der Wahrheit

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Commerzbank

Commerzbank-CEO Manfred Knof hält die Schlagzahl beim Umbau hoch. Wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass man sich mit den Gewerkschaften über einen Sozialplan für tausende Beschäftigte geeinigt hat, gibt es Meldungen über die weiteren Fortschritte bei der Sanierung. Konkret geht es um den Aktienhandel und das Research, einen Bereich, den die Bank abgeben möchte. Zudem wartet das Finanzinstitut morgen mit Quartalszahlen auf.

Seitdem sich das Brokerage-Geschäft immer mehr automatisiert, sinken die Margen. Regulierungen wie die europäische Finanzmarktrichtlinie Mifid II erhöhen ebenfalls die Kosten, selbst die Deutsche Bank hat den Aktienhandel eingestampft. Daher ist es nur folgerichtig, dass sich auch die Commerzbank von diesem Bereich trennt. Das war schon länger bekannt und ist Bestandteil des Konzernumbaus.

Aktienhandel wird ausgelagert

Das große Rad drehte die Bank ohnehin seit Jahren nicht mehr im Investmentbanking. Im Equity Brokerage soll es noch 100 Stellen geben. Laut Meldungen von Bloomberg und der Börsen-Zeitung will die Commerzbank die Bereiche auslagern und geht dazu anscheinend mit Oddo BHF eine Kooperation ein. Von beiden Instituten gab es dazu zwar keinen Kommentar, aber Insider erwarten, dass eine Vereinbarung noch vor der Hauptversammlung am 18. Mai bekannt gegeben wird.

Oddo BHF ist eine Frankfurter Privatbank, die bereits mit BBVA, Natixis oder ABN Amro im Aktien-Brokerage Kooperationen unterhält. Commerzbank-CEO Knof plant offenbar, nur noch guten Kunden kapitalmarktnahe Dienstleistungen als Zusatzleistung anzubieten. Das berichtet die Börsen-Zeitung. In jedem Fall ist die Auslagerung ein wichtiger Bestandteil der neuen Strategie bis 2024 die Eigenkapitalrendite auf sieben Prozent zu steigern.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Vor den Zahlen am morgigen Mittwoch setzte die Aktie zum Sprint an. Positive Nachrichten über den geschlossenen Sozialplan gaben Rückenwind. Es ist das erste Zahlenwerk, dass der neue CEO Knof präsentiert. Auch wenn es durch die Pandemie geprägt sein dürfte, begann Anfang des Jahres der Umbau. Ob es zeitnah gelingt die Marke von 6,00 Euro zu überspringen, hängt indes neben dem Zahlenwerk aber auch von der Gesamtmarktentwicklung ab. Investierte bleiben dabei, Interessierte greifen an schwachen Tagen zu.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 85 WpHG: Aktien von Commerzbank befinden sich im Aktionär-Depot von DER AKTIONÄR

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