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20.01.2014 Michael Herrmann

Commerzbank: Blessing will mehr

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Stärkere Regulierung der Banken. Das stößt bei den Betroffenen in der Regel auf wenig Begeisterung. Nicht so bei Martin Blessing. Der Commerzbank-Chef hat öffentlich strenger Kapitalregeln gefordert. Was heißt das für die Anleger der zweitgrößten deutschen Privatbank?

Die deutschen Großbanken stehen zu Wochenbeginn einmal mehr besonders im Fokus der Anleger. Während die Deutsche Bank am Sonntag überraschend Zahlen vorgelegt hat, sorgt Commerzbank-Chef Martin Blessing durch einen Gastbeitrag im Handelsblatt für Aufsehen. Dort fordert Blessing für Banken strengere Kapitalregeln beim Engagement in Staatsanleihen: "Ich plädiere dafür, dass Banken Staatsanleihen ab 2019 schrittweise mit Eigenkapital unterlegen sollten."

Bislang nicht notwendig

Bislang müssen Banken Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital absichern, weil diese Bonds als risikofreie Anlage gelten. Damit Banken nicht zu einseitig in Staatsanleihen ihres Heimatlandes investieren, schlägt Blessing nun Großkreditgrenzen vor. Seit dem Schuldenschnitt Griechenlands 2012 steht das Staatsanleihe-Privileg in der Kritik. Vor allem Bankaufseher und Regulierer wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann oder die deutsche Bafin-Chefin Elke König haben sich für einen Kurswechsel ausgesprochen. Doch geändert hat sich an den Regeln auch mit der Einführung der strengeren Kapitalregeln von Basel III nichts.

Freigrenzen notwendig

Der Bankmanager schlägt vor, Staatsanleihen in fremden Währungen grundsätzlich mit Eigenkapital zu unterlegen. Für europäische Staatsanleihen denkt er an Freigrenzen von 25 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank. Erst wenn die Bank noch stärker in Anleihen eines einzelnen Landes investiert, solle sie dafür Kapital reservieren müssen. "Auch in der eigenen Währung sollten Banken bei Staatsanleihen keine zu großen Klumpenrisiken eingehen", argumentiert Blessing. Wie viel Eigenkapital die Banken in dem Fall aufbringen müssen, solle von deren Kreditwürdigkeit abhängen.

Dran bleiben

Anleger sollten dem Gastbeitrag des Commerzbank-Chefs keine allzu große Bedeutung zumessen. Die von ihm geforderten neuen Regulierungen würden es in langer Zukunft in Kraft treten. An der bisherigen Einschätzung zur Commerzbank-Aktie ändern sie daher nichts. Investierte Anleger sollten die Gewinne weiter mit einem engen Stoppkurs laufen lassen.

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