Deutsche Bank
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Deutsche Bank: Überraschung am Sonntag

Dass 2013 kein Spaziergang für die Deutsche Bank werden würde, war klar. Bereits im Oktober hatten Jürgen Fitschen und Anshu Jain darauf hingewiesen, dass auch in den nächsten Quartalen noch einmal Herausforderungen auf das Institut zukommen würden. Die am heutigen Sonntag vorgelegten Zahlen sind dennoch von mehr Belastungen beeinflussten als von den meisten Analysten erwartet. So lag der Vorsteuerverlust des Konzerns im vierten Quartal bei 1,2 Milliarden Euro. Immerhin: Bereinigt um Sondereinflüsse wie Rechtsstreitigkeiten lag der Vorsteuergewinn der Kernbank bei 1,3 Milliarden Euro. Geholfen haben dabei Kosteneinsparungen in Höhe von sechs Prozent. Unterm Strich verzeichnete aber auch die Kernbank einen kleinen Verlust von 0,03 Milliarden Euro.

Deutlich rückgängig waren die im vierten Quartal erzielten Konzernerträge (16 Prozent unter Vorjahr). Hauptverantwortlich dafür war ein schwächeres Umfeld für den Bereich Corporate Banking & Securities (CB&S).

Langfrist-Ziele intakt

Dass die Deutsche Bank dennoch im Kern gesund ist, darauf wiesen die Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank erneut hin: "2013 war das zweite Jahr in Folge, in dem wir in das künftige Wachstum sowie die weitere Stärkung unserer Kontrollen investierten und Altlasten abarbeiteten. Gleichwohl erzielten wir im operativen Kerngeschäft eines der besten Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre und haben die Deutsche Bank fitter, sicherer und ausgewogener gemacht. Wir erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird. Wir sind jedoch zuversichtlich, unsere für 2015 gesetzten Ziele zu erreichen.“

Buy-on-Bad-News?
Die Meldung vom Wochenende könnte die Erholungsbewegung der Deutschen-Bank-Aktie kurzfristig in Stocken bringen – schließlich wurde der Analysten-Konsenus deutlich verfehlt. Dennoch hat die Aktie aufgrund der (bisher) extrem günstigen Bewertung auf KGV-Basis einen gewissen Puffer, schwächere Zahlen wegzustecken. Sind die Zahlen verdaut, könnte sich die Abarbeitung kniffliger Themen im Q4  sogar als förderlich für das Ergebnis im Jahr 2014 und die mittelfristige Kursentwicklung herauskristallisieren. Kurzfristig ist jedoch mit einer erhöhten Volatilität der Aktie zu rechnen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Chinesen kommen

Die Deutsche Bank hat einen neuen Großaktionär. Laut hält Reuters hat das chinesische Finanzkonglomerat HNA für 755 Millionen Euro Aktien der Bank gekauft und hält damit mehr als drei Prozent der Anteile. Doch das könnte nur der Anfang sein: „Wir schließen nicht aus, unsere Beteiligung in moderatem … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Doch kein Postbank-Verkauf?

Obwohl Deutsche-Bank-CEO John Cryan bei der jüngsten Vorlage der Jahreszahlen kein Wort zur Postbank verlor, brennt das Thema den Anlegern weiter unter den Nägel: Im Raum steht ein Verkauf der Tochter oder eine Reintegration in den Mutterkonzern. JPMorgan hat sich jetzt zur Postbank geäußert. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Muss Ackermann zahlen?

Die derzeitige Krise der Deutschen Bank könnte auch durch Fehlverhalten ehemaliger Vorstände verursacht worden sein. Das zumindest prüft die Bank selbst. Bis zum 18. Mai sollten Aktionäre Klarheit haben, ob der Konzern deshalb von mehreren Ex-Vorständen Geld zurückfordern kann. Dann lädt das … mehr