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10.11.2021 Nikolas Kessler

Coinbase bricht nach Zahlen ein – Kaufchance oder Finger weg?

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Coinbase

Mit den Q3-Zahlen am gestrigen Dienstag hat der Kryptobörsenbetreiber Coinbase die Wall Street enttäuscht. Eine verfehlte Umsatzprognose und sinkende Nutzerzahlen lassen die Aktie um mehr als sieben Prozent einbrechen. Einige Analysten sehen darin jedoch eine Kaufchance.

Weiterhin bullish ist Analystin Lisa Ellis von MoffatNathanson. „Die Interpretation der Ergebnisse hängt hauptsächlich vom jeweiligen Standpunkt der Investoren ab“, schreibt sie in einer Reaktion auf die Zahlen. Wer erwartet, dass die Ergebnisse eines Wachstumsunternehmens wie Coinbase immer nur steigen, der sei enttäuscht. Erfahrene Krypto-Anleger, die auch bereit sind, einen „Krypto-Winter“ durchzustehen, seien dagegen begeistert, so die Expertin.

Ellis selbst zählt ganz klar zu Letzteren, denn sie hat ihre Kaufempfehlung für die Coinbase-Aktie mit einem Kursziel von 600 Dollar nach den Zahlen bestätigt.

Analysten wittern Kaufchance

So bullish ist zwar sonst keiner der von Bloomberg befragten Analysten, doch viele haben ihre „Buy“-Ratings trotz schwacher Zahlen und dem aktuellen Kursrutsch bestätigt und teils sogar ihre Kursziele erhöht. Joseph Vafi von Cannacord beispielsweise lobte die Erweiterung des Produktportfolios und hob den fairen Wert seiner Kaufempfehlung von 325 auf 342 Dollar.

Mit anderen Worten: Viele Wall-Street-Analysten werten den aktuellen Rücksetzer der Coinbase-Aktie als Kaufchance. Das 12-Monats-Kosensziel von 378,50 Dollar signalisiert dabei noch rund 15 Prozent Aufwärtspotenzial.

DER AKTIONÄR teilt diesen Optimismus jedoch nur bedingt. Ja, Coinbase ist für viele Investoren die Tür zur Kryptowelt – sei es, weil sie bei Coinbase Bitcoin und Co direkt handeln oder über die Aktie indirektes Exposure am Kryptomarkt aufbauen. Doch dass das Unternehmen im abgelaufenen Quartal operativ nicht stärker vom Krypto-Boom profitieren konnte, weckt Zweifel.

Coinbase (WKN: A2QP7J)

Mit Blick auf die wachsende Konkurrenz – Stichwort Neobroker und gebührenfreier Handel – sowie Streitereien mit der SEC hatte der AKTIONÄR zuletzt vom Kauf der Aktie abgeraten. Anleger, die langfristig am Kryptomarkt aktiv werden wollen, sollten lieber direkt zum Bitcoin greifen.

Hinweis auf Interessenskollision:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

Autor Nikolas Kessler ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "AKTIONÄR Depot" von DER AKTIONÄR.  

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