Der US-Getränkeriese Coca-Cola hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten auf ganzer Linie geschlagen. Dank einer starken Nachfrage nach Softdrinks und ungebrochener Preissetzungsmacht hebt das Management aus Atlanta seine Ziele für das Gesamtjahr an. Anleger reagieren begeistert: Die Coca-Cola-Aktie legt vorbörslich um knapp vier Prozent zu und schiebt sich damit auf den zweiten Platz im Dow Jones.
Im zweiten Quartal stieg der Nettoumsatz nominal um sieben Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Aus eigener Kraft – sprich währungs- und portfoliobereinigt – lag das organische Umsatzplus bei sechs Prozent.
Damit übertraf Coca-Cola die Prognosen der Experten deutlich, die im Konsens lediglich mit einem Anstieg von 3,6 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie überzeugten die US-Amerikaner: Dieser kletterte um elf Prozent auf 0,97 Dollar und lag damit klar über der Konsensschätzung von 0,93 Dollar.
Mengenzuwachs und WM-Effekt als Wachstumstreiber
Besonders im Fokus stand im Vorfeld die Frage, ob der Dow-Jones-Konzern sein Wachstum weiterhin nur über Preiserhöhungen generiert oder ob auch die verkaufte Menge wieder zulegt. Hier lieferte der Getränkegigant ab: Das weltweite Absatzvolumen (Unit Case Volume) stieg um fünf Prozent, während der Markt nur mit einem Plus von 2,5 Prozent gerechnet hatte.
Während Preisanpassungen und der Produktmix zwei Prozentpunkte zum Wachstum beisteuerten, verzeichnete die Kernmarke Coca-Cola ein Volumenplus von fünf Prozent. Zum absoluten Treiber avancierte erneut Coca-Cola Zero Sugar mit einem globalen Mengenzuwachs von 16 Prozent.
Zudem wirkte sich der Auftakt der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft im Juni positiv aus: Die globalen WM-Kampagnen bescherten Trademark Coca-Cola und der Marke Powerade (+8 Prozent Volumen) spürbare Impulse.
Marge zieht trotz hoher Investitionen an
Operativ verdiente der Konzern mit 4,7 Milliarden Dollar neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die vergleichbare operative Marge verbesserte sich von 34,7 auf 35,6 Prozent – begünstigt durch das organische Umsatzwachstum und gesunkene Betriebskosten, die höhere Rohstoffpreise und vorgezogene Marketingausgaben mehr als ausglichen.
Angesichts der operativen Stärke schraubt CEO Henrique Braun die Messlatte für das Gesamtjahr nach oben. Das organische Umsatzwachstum soll 2026 nun bei rund fünf Prozent liegen (bislang: vier bis fünf Prozent). Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management jetzt ein Plus von neun bis zehn Prozent an (zuvor: acht bis neun Prozent).
Das macht die Coca-Cola-Aktie
Die Zahlen unterstreichen einmal mehr, warum Coca-Cola im Getränkesektor derzeit das Maß der Dinge ist. Dem Konzern gelingt der Spagat aus hoher Preissetzungsmacht und echtem Mengenwachstum, während Konkurrenten wie PepsiCo spürbar der Schwung fehlt. Mit der Prognoseanhebung unterstreicht das Management seine operative Klasse.
Beflügelt von den starken Quartalszahlen steht das Papier vorbörslich bei knapp 87 Dollar und dürfte damit auf einem neuen Rekordhoch in den Dienstagshandel starten.
Coca-Cola bleibt die erste Wahl im Getränkesektor und überzeugt mit hohen Margen sowie einem schlanken Geschäftsmodell. Das Papier ist ein defensiver Baustein im Depot und weiterhin ein klarer Kauf.
Heute, 14:28
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