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Chartexperte Christian Schmidt: Es sieht nicht gut aus

Chartexperte Christian Schmidt: Es sieht nicht gut aus
Foto: Börsenmedien AG
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Andreas Deutsch 22.07.2014, 14:04 Andreas Deutsch
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DAX in Rekordlaune. Die Party geht weiter – bestimmt. Wirklich? „Nein“, meinen immer Experten. Marc Faber etwa spricht von einer dramatischen Überbewertung der Aktienmärkte. Eine Korrektur von 30 Prozent im DAX würde ihn nicht wundern. Auch die Charttechnik gibt Anlass zur Sorge.

DER AKTIONÄR: Herr Schmidt, Sie sind Charttechniker bei der Helaba. Sie sind skeptisch für Aktien. Warum?

Christian Schmidt: Das hat mehrere Gründe. 63 Prozent der Aktien im DAX notieren unter ihrem mittelfristigen Trend und 30 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Der DAX hat ein Dreifach-Top ausgebildet. In der Regel heißt es, dass die Oszillatoren neue Hochs mitbestätigen. Das war beim letzten Hoch aber nicht der Fall. Ein schlechtes Zeichen.

Beim Euro-Stoxx 50 sieht es nicht besser aus. Auf Basis der Relativen-Stärke nach Levy weisen im Euro-Stoxx 50 nur 14 Aktien einen Wert von über eins aus. Also ist bei nur 14 von 50 Aktien eine Outperformance zu erwarten.

Das heißt, es kann nur nach unten gehen?

Der DAX befindet sich aktuell in einer Seitwärtsrange mit Begrenzungen bei 9.600 und 9.860 Punkten. Da die trendfolgenden Indikatoren negativ zu werten sind, erscheint ein Ausbruch auf der Oberseite unwahrscheinlich. Vielmehr droht ein neuerlicher Test der 9.600er-Marke. Sollte diese Unterstützung nicht halten, könnte der DAX schnell in Richtung 9.160 Stellen abrutschen.

Und wenn diese Unterstützung nicht hält?

Die nächsten Ziele wären 9.073, 8.945, 8.842 und 8.557 Punkte. Bei letzterer Marke fallen eine Reihe unterschiedlicher Analysetools aufeinander, sodass eine massive Unterstützung vorhanden ist. Sollte diese Unterstützung nicht halten, könnte es richtig brenzlig werden für den DAX. Dann findet sich das nächste Projektionsziel bei 8.096 Punkten.

Was sind die Hauptbelastungsfaktoren für den Aktienmarkt?

Die Handelsumsätze sind sehr dünn. Das macht den Markt besonders anfällig für Negativ-Meldungen. Außerdem fehlt die Marktbreite. Zuletzt waren es drei, vier Aktien, die den Markt mit einer starken Performance nach oben gezogen haben.

Was noch?

Problematisch ist, dass viele Aktien nicht mehr günstig sind. US-Nebenwerte weisen ein KGV von 83 auf, sodass eine deutliche Korrektur überfällig scheint.

Hinzu kommt die gefährliche Situation in Nahost und der Ukraine. Eine Eskalation der Situation in den Krisengebieten würde auch für Druck auf die Aktienmärkte sorgen.

Lesen Sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR, was Experten wie Marc Faber und Robert Halver jetzt empfehlen und bei welchen Aktien Sie im Falle eines Crashs gut aufpassen müssen.

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