Tesla verliert weiter an Boden. BYD nutzt die Schwäche gnadenlos aus. In Europas zwei wichtigsten Elektroauto-Märkten hat der chinesische Konzern den US-Rivalen 2025 klar überholt. Gleichzeitig trübt sich der Ausblick für den gesamten Elektroauto-Sektor ein. Die Wachstumsraten brechen ein, Förderungen laufen aus, Hersteller rudern zurück. Für Anleger wird es ungemütlicher.
In Deutschland ließ BYD Tesla im vergangenen Jahr deutlich hinter sich. Im Dezember registrierte BYD mehr als doppelt so viele Neuzulassungen wie Tesla. Auf Jahressicht schossen die Verkäufe hoch: plus Faktor acht auf 23.306 Fahrzeuge. Tesla kam nur noch auf 19.390 – ein Rückgang um fast die Hälfte. Auch im Vereinigten Königreich, Europas zweitgrößtem Markt für Elektroautos, zog BYD vorbei. Dort setzte sich der Konzern im Herbst ab und beendete das Jahr mit 51.422 Zulassungen, Tesla blieb bei 45.513.
Der Trend passt ins globale Bild. Tesla hat seinen Titel als weltweit größter Elektroauto-Hersteller verloren. BYD lieferte 2025 rund 2,26 Millionen Elektroautos aus, Tesla nur noch 1,64 Millionen. Besonders bitter: Selbst in China, dem wichtigsten Markt, gingen die Auslieferungen aus der Fabrik in Shanghai im Gesamtjahr um rund sieben Prozent zurück.
BYD profitiert derweil von mehreren Faktoren. In Großbritannien gibt es keine EU-Zölle auf chinesische Elektroautos. Die Fahrzeuge sind günstiger, das Angebot breiter. In Europa kommt hinzu, dass Tesla zunehmend unter Druck steht – durch neue Modelle von Volkswagen, Renault und BMW, aber auch durch Gegenwind wegen Elon Musks politischer Aktivitäten.
Schwierige Zeiten
Doch der Erfolg von BYD fällt in eine Phase, in der sich der gesamte Markt abkühlt. Bloomberg rechnet für 2026 zwar mit weiter steigenden Elektroauto-Verkäufen, aber deutlich langsamer. Weltweit soll das Wachstum auf rund zwölf Prozent fallen, nach 23 Prozent im Vorjahr. Branchenexperten sprechen bereits von einem „E-Winter“.
Selbst in China verliert das Wachstum an Tempo. Staatliche Vergünstigungen werden gekürzt, der Preiskrieg soll politisch gebremst werden. Der Wettbewerb bleibt brutal. Neben BYD gewinnen auch Geely und der Technologiekonzern Xiaomi Marktanteile – ausgerechnet auf Kosten von Tesla.
BYD macht Tesla derzeit auf allen Ebenen das Leben schwer. Gleichzeitig wird der Elektroauto-Markt rauer – und die BYD-Aktie ist seit Monaten im Abwärtstrend. Das große Wachstumsnarrativ trägt nicht mehr wie früher. Marktführer von gestern sind keine Selbstläufer mehr. Die Tesla-Aktie lief zuletzt allerdings wieder gar nicht schlecht. Warum der stellvertretende AKTIONÄR-Chefredakteur Martin Weiß derzeit auf Tesla setzt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 2/26 (Link).
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
06.01.2026, 20:54