19.02.2010 Werner Sperber

Börsenwelt Presseschau: Arian Silver, Celesio, Schwellenländer-ETFs, Währungen, Britisches Pfund und ABB unter der Lupe

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Celesio
Trendthema

Der Hanseatische Börsendienst legt bei Silber doch noch einmal nach und empfiehlt Arian Silver. Platow Derivate glaubt an Celesio und bietet einen passenden Call-Optionschein an. Die Actien-Börse rät zur Vorsicht bei Schwellenländer-ETFs. Der Frankfurter Börsenbrief sieht Chancen beim Handel mit Währungen. Trade24 setzt auf ABB Ltd. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Marcel Ewald, Experte des Hanseatischen Börsendienstes, stellt Arian Silver vor. Der Konzern sucht in seinen Projekten in Mexiko vor allem Silber aber auch Gold und Industriemetalle. Ab dem zweiten Quartal beginnt das Unternehmen damit, Silber aus der Mine San Jose in der infrastrukturell voll erschlossenen Region Zacatecas zu fördern. Arian Silver plant, in den kommenden viereinhalb Jahren 4,5 Millionen Unzen zu Produktionskosten von sieben bis acht Dollar aus dem Boden zu holen. Die Ressourcen nach dem Standard NI 43-101 belaufen sich auf knapp 42,8 Millionen Feinunzen Silber, mehr als 120 Millionen pound Blei und fast 248 Millionen pound Zink. Umgerechnet würde das insgesamt 80 Millionen Unzen Silber entsprechen. Da das Zacatecas-Gebiet als wenig exploriert gilt, hofft der Konzern in den nächsten drei bis vier Jahren Ressourcen von mindestens 200 Millionen Unzen Silber ausweisen zu können. Im Gold-Kupfer-Projekt Tepal in der Region Michoacan belaufen sich die Ressourcen auf 1,2 Millionen Unzen Gold und 196.000 Tonnen Kupfer. Mit diesen Zahlen ist Arian Silver mit einem Börsenwert von 0,31 Kanadischen Dollar je Unze Silber im Vergleich zur Konkurrenz stark unterbewertet.

Platow Derivate: Celesio hat Aufholpotenzial

Der auch in Großbritannien tätige Pharmagroßhändler Celesio ist erheblich von der Stärke des Britischen Pfundes abhängig. Alleine im Jahr 2008 hat die massive Abwertung der Britischen Währung das EBITDA des Konzerns mit 50 Millionen Euro belastet. Die Experten von Platow Derivate führen die seit dem Sommer 2009 deutlich schwächere Entwicklung der Celesio-Aktie im Vergleich zum MDAX auch auf diese Währungsabhängigkeit zurück. Doch bei einer Präsentation im Januar zeigte sich das Celesio-Management unerwartet optimistisch. Die Experten gehen davon aus, dass es wohl keine negativen Überraschungen bei Vorlage der Viertquartalszahlen 2009 gibt. Auch der Verlauf des ersten Quartals 2010 ist zumindest von der Währungsseite bislang positiv beeinflusst. Seit Jahresbeginn hat sich die im Oktober 2009 begonnene Trendwende beim Pfund nämlich fortgesetzt. Auch die Analysten sind mehrheitlich zuversichtlich und geben als Kursziel für die Aktie durchschnittlich 24 Euro an. Bei 24 Euro wäre auch das charttechnische Doppelhoch bei rund 22 Euro aufgehoben, von wo aus die Notierung im August 2009 und im Januar 2010 jeweils nach unten gedreht hat. Zuletzt ging diese Korrektur bis fast an die Unterstützung bei rund 19,80 Euro. Danach erholte sich der Aktienkurs und überwand die kurzfristige Abwärtstrendlinie. Deshalb raten die Experten risikobereiten Anlegern zum Kauf des endlos laufenden Wave-Call-Optionsscheines XXL (WKN DB5 M1N) der Deutschen Bank auf Celesio. Der Schein ist mit einer Basis bei 18,05 Euro, einer Knock-Out-Schwelle bei 19,85 Euro und einem Hebel von derzeit 6,4 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 20,30 Euro für die Aktie gesetzt werden.

Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 850 Call-Optionsscheine (WKN DB5 M1N) auf Celesio zu höchstens 0,28 Euro aufnehmen.

Die Actien-Börse: Alarmstufe Gelb für Schwellenländer-ETFs

Den Experten der Actien-Börse zufolge führt der ETF-Boom zu verdächtigen Übertreibungen. Schätzungen zufolge werden 25 bis 30 Prozent der international gehandelten Aktien von den börsennotierten Indexfonds umgesetzt. Demzufolge würde die Entwicklung der ETF-Kurse die Entwicklung der Indizes bestimmen und nicht umgekehrt. Derzeit würden alle Schwellenländer-Märkte erneut als Anlage-Alternative empfohlen. Der iShares Brazil etwa bildet den Originalmarkt im brasilianischen Leitindex Bovespa zu gut 90 Prozent ab. Dieser börsennotierte Indexfonds ist einer derjenigen, der auf Grundlage des MSCI-World Index die Einschätzung verschiedener Schwellenländermärkte am besten wiedergibt. Die brasilianische Börse zeigt zudem ein charttechnisch fast deckungsgleiches Bild wie der chinesische oder der chilenische Aktienmarkt beziehungsweise der Mischindex für die Schwellenländer. Der Bovespa zeigt zumindest den deutlichen Ansatz einer notwendigen Konsolidierung. Die Experten raten dazu, die laufenden Konsolidierungen abzuwarten, bevor eingestiegen werden kann. Die bisherigen Verluste reichen dafür nicht aus. Die chinesischen Kurse haben um 109 Prozent zugelegt und benötigen einen Konsolidierungsboden, der 25 bis 35 Prozent tiefer liegt. Brasilien legte um 90 Prozent zu und das Korrekturrisiko beträgt rund 25 Prozent. Wer noch investiert ist, sollte sein Engagement mit Stoppkursen absichern. Bei niedrigeren Kursen sollten Rückkäufe eingeplant werden.

Der Frankfurter Börsenbrief: Währungen werden wichtiger  

Der Forex (Foreign Exchange Market, Devisenmarkt) hat die Rohstoffmärkte in der Bedeutung für die privaten Anleger überholt. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes führen weiter aus, dass die Entwicklung an den internationalen Devisenmärkten das wichtigste Thema im Jahr 2010 ist.

Die europäischen Politiker, welche den Euro begründet haben, wollten die gesamte Welt von der Stabilität der neuen Währung überzeugen. Dazu wurde aus "kosmetischen" Gründen der Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main gewählt, denn der Euro sollte so fest sein wie die D-Mark und die EZB sollte nach außen die Tradition, die Kontinuität und die hervorragende Arbeit der Deutschen Bundesbank darstellen. Zudem legten die Euro-Länder die Maastricht-Kriterien fest, die eigentlich bestimmte Standards für eine Mitgliedschaft in der Euro-Gemeinschaft voraussetzen. Die Verletzung dieser Kriterien führt nun zu einer Abwertung des Euro. Die Experten halten nur einen einzigen Weg für richtig, um aus der Krise herauszukommen: Die Standards müssen eingehalten werden! Was dabei herauskommt, wenn Politiker wie Jaques Chirac, Gerhard Schröder und viele andere kungeln, ist jetzt zu sehen. Im Jahr 2001 hatten diese Politiker bei einem informellen Treffen vereinbart, sich gegenseitig nicht weh zu tun, wenn ein Land die Euro-Kriterien verletzt. Da müsste der Euro-Einheitsvertrag eben flexibel ausgelegt werden. Damit wurde der Grundstein zur jetzigen Misere gelegt, aus der man nicht wieder herauskommt, indem man die Statuten des Lissabon-Vertrages erneut bricht. Die Experten zitieren Ottmar Issing, einen der "Geburtshelfer" des Euro, der jüngst erklärte, ein erneuter Bruch der Verträge würde die internationale Glaubwürdigkeit des Euro völlig zerstören. Dabei ließe sich nach Ansicht der Experten ein Schutzschirm über Griechenland noch finanzieren, da das Volumen ausfallgefährdeter Staatspapiere "nur" 23 Milliarden Euro betrage. In Portugal belaufen sich diese Bonds bereits auf 196 Milliarden Euro und in Spanien auf 800 Milliarden Euro. Das kann die Euro-Gemeinschaft keinesfalls mehr tragen.

Der Internationale Währungsfonds schätzt das Haushaltsdefizit für das Jahr 2010 in Japan und dem Vereinigten Königreich Großbritannien auf jeweils 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Irland, Spanien und Griechenland folgen auf Platz 2 dieser Schreckensliste mit einer Neuverschuldung, die jeweils neun Prozent dessen entspricht, was in diesen Ländern produziert und geleistet wird. Auf Rang 6 folgt die USA mit einem Defizit von 8,8 Prozent, wobei selbst offizielle Stellen der USA davon ausgehen, dass die öffentliche Hand in zwei Jahren mehr Schulden hat, als im ganzen Land in einem Jahr geleistet wird. Die USA werden demnach eine Verschuldung haben, die bei mehr als 100 Prozent des BIPs liegt.

Die wichtigste Spekulation der nächsten Wochen wird aber die Wette gegen das Britische Pfund sein. Neben der charttechnischen Situation sehen die Experten auch fundamentale Gründe. In der Vergangenheit haben die Staaten vor allem rund um das Mittelmeer ihre Defizit-Probleme gelöst, indem sie ihre eigene Währung abgewertet haben. Nach der Einführung des Euro geht das nicht mehr. Großbritannien dagegen hat diese Möglichkeit mit dem Britischen Pfund noch und die Experten glauben, dass die Regierung in London sehr gerne diesen Weg gehen würde. Deshalb ist das Pfund derzeit der perfekte Gegenpart für Spekulationen mit dem Australischen Dollar, dem Neuseeland Dollar oder der Norwegischen Krone. Diese Länder haben solide Staatshaushalte und eine stabile Wirtschaft. Allerdings gibt es, außer im CFD-Markt, derzeit keine passenden Investment-Angebote, um das Pfund in Vergleich zu diesen Währungen zu stellen. Deshalb raten die Experten dazu, auf den Euro oder den US-Dollar auszuweichen. Sie empfehlen risikobereiten Investoren den Kauf des Put-Optionsscheines (WKN DZ6 NQU) der DZ Bank auf das Währungspaar Britisches Pfund/US-Dollar. Der Schein läuft bis zum 17. Juni 2010 und ist mit einer Basis von 1,50 Dollar sowie einem Hebel von derzeit 50,5 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 1,30 Euro gesetzt werden. Zudem wird zum Einstieg in das endlos laufende Mini-Future-Short-Zertifikat (WKN AA1 N66) der Royal Bank of Scotland auf den Long Gilt Future geraten. Der Schein ist mit einer Basis bei 125,59 Pfund sowie einer Knock-Out-Schwelle bei 121,90 Pfund ausgestattet. Hier sollte der Stopp-Loss bei 10,36 Euro platziert werden.

Trade24.de:  Der Aktienkurs von ABB dürfte weiter steigen

Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von ABB Ltd. als "Internationaler Top-Favorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 19,40 Dollar gesetzt werden. 

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben 502 Anteilscheine von Zhongde Waste Technology zu 12,13 Euro aufgenommen.

Änderung im Musterdepot des TradeCentre:

Simon Betschinger, Verantwortlicher für das Musterportfolio, will 400 Anteilscheine von Bechtle zu höchstens 20,70 Euro aufnehmen. Bechtle hat nach vorläufigen Zahlen für das Jahr 2009 mit einem Vorsteuergewinn von 43,5 Millionen Euro die Analystenschätzungen übertroffen. Ausschlaggebend für das solide Zahlenwerk sei ein starkes viertes Quartal mit einem Rekordumsatz von 415 Millionen Euro gewesen. Zudem schätzt Betschinger den Bargeldbestand des Konzerns auf mehr als 100 Millionen Euro, wobei die Verschuldung nur gering ist. Die Dividendenrendite dürfte bei einer attraktiven Ausschüttung bei mehr als drei Prozent liegen. Betschinger geht für das Jahr 2010 von organischem Umsatzwachstum und einer Gewinnsteigerung aus.

Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio heben ihr Limit für die Aufnahme von Vossloh-Anteilscheinen auf 73,60 Euro an.