Die China-Krise hinterlässt bei BMW immer tiefere Spuren. Im dritten Quartal brach der operative Gewinn des Münchner Autobauers um fast 30 Prozent ein. Gleichzeitig kassierte der DAX-Konzern seine Jahresprognose bereits am Vorabend erneut, wie DER AKTIONÄR berichtete. Die Aktie gerät daher erneut unter Druck.
Besonders die schwache Entwicklung in China belastet BMW. Der weltweit größte Automarkt kämpft mit einer schwachen Nachfrage, aggressiven Wettbewerbern und einem erbitterten Preiskampf. BMW konnte die Verluste zwar teilweise durch Zuwächse in Europa und den USA ausgleichen. Insgesamt sanken die Auslieferungen im dritten Quartal jedoch um 6,3 Prozent.
Noch schwerer wiegt der neue Ausblick. BMW erwartet für 2026 in der Autosparte nur noch eine EBIT-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Bislang hatte das Management ein Prozent bis drei Prozent in Aussicht gestellt. Auch die Absatzprognose wurde gesenkt. Statt eines leichten Rückgangs rechnet BMW nun mit einem moderaten Minus von fünf bis knapp zehn Prozent.
BMW: Weniger Auslieferungen
| Marke | 3. Quartal | Januar – September | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2026 | 2025 | Veränderung | 2026 | 2025 | Veränderung | |
| Gesamt | 551.075 | 588.140 | −6,3 % | 1.707.802 | 1.795.734 | −4,9 % |
| BMW | 479.294 | 514.422 | −6,8 % | 1.483.963 | 1.585.382 | −6,4 % |
| MINI | 70.712 | 72.414 | −2,4 % | 220.247 | 206.252 | +6,8 % |
| Rolls-Royce | 1.069 | 1.304 | −18,0 % | 3.592 | 4.100 | −12,4 % |
Der Konzernumbau wird beschleunigt
Das Sparprogramm läuft dagegen schneller als geplant. Besonders die freiwilligen Abfindungsangebote erfreuen sich offenbar derart hoher Nachfrage, dass BMW die Anfragen vorzeitig schließen musste. Zudem will BMW die Einführung der neuen Elektroauto-Generation „Neue Klasse“ vorziehen. Dafür lässt der Autobauer ältere Modelle früher auslaufen. Finanzchef Walter Mertl sieht die zusätzlichen Belastungen als Investition in die Zukunft.
Anleger müssen damit zunächst weitere Rückschläge einkalkulieren. Zwar fiel das operative Ergebnis im Autogeschäft etwas besser aus als von Analysten erwartet. Die zweite Gewinnwarnung innerhalb eines Jahres und die schwache Margenentwicklung bleiben aber ein Warnsignal. Bei der BMW-Aktie drängt sich vorerst kein Einstieg auf.
Heute, 08:32
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