Nach der massiven Prognosesenkung stand die BMW-Aktie am Mittwoch deutlich unter Druck. Während Jose Asumendi von JPMorgan von einem „Weckruf für die Autobranche“ sprach, verteilte Christian Frenes von Goldman Sachs Beruhigungspillen an die Anleger. Aus technischer Sicht ist die BMW-Aktie nach dem Opening Gap am Mittwoch auf Bodensuche.
Jose Asumendi von JPMorgan sprach von einem "Weckruf für die Autobranche". Aus seiner Sicht muss BMW seine Strategie im Kompaktsegment in China komplett überdenken. Hier seien momentan alle europäischen Premiumhersteller preislich nicht konkurrenzfähig. Henning Cosman, Analyst bei Barclays attestierte eine "dicke Margenwarnung". Das schiere Ausmaß spreche dagegen, dass die Prognosesenkung als entlastendes Großreinemachen empfunden werde.
– BMW senkt den Jahresausblick für 2026 deutlich.
– Die EBIT-Marge in der Autosparte soll nur noch 1 bis 3 Prozent erreichen.
– Die Aktie bekommt Support bei 57,50 Euro.
Eine kleine Beruhigungspille verteilte Christian Frenes von Goldman Sachs. Denn immerhin sei die Ausschüttungspolitik unverändert geblieben. BMW habe die Möglichkeit, die Aktienrückkäufe angesichts der schwachen Kursentwicklung aufzustocken. Diesbezüglich könnten die Markterwartungen sogar zu niedrig liegen. In Reaktion auf die Prognosesenkung rechnet auch er mit deutlich sinkenden Gewinnschätzungen.
Auch die DZ Bank hat das Kursziel für die BMW-Aktie deutlich zurechtgestutzt. Analyst Michael Punzet sieht die Aktie bei 75 Euro fair bewertet. Vorher sah der Auto-Analyst für die Aktie Potenzial bis 94 Euro.
„Aus technischer Sicht befindet sich die BMW-Aktie nach dem Opening Gap am Mittwoch kurzfristig auf Boden- und Richtungssuche. Charttechnisch rückt der nächste mögliche Unterstützungsbereich in den Fokus, der im Bereich von rund 57,50 Euro bis 55,20 Euro verlaufen könnte. Die Indikatorenlage ist insgesamt noch relativ neutral zu bewerten, was gegen eine bereits klare Trendwende spricht. Positiv ist jedoch, dass die Slow Stochastik bereits wieder nach oben dreht und damit erste Stabilisierungstendenzen andeutet. Entscheidend wird nun sein, ob BMW in der genannten Unterstützungszone Käufer findet. Erst dann könnte sich aus der aktuellen Schwächephase eine technische Gegenbewegung entwickeln“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
BMW hat Investoren und Analysten mit der deutlichen Prognosesenkung überrascht. Diese mit der Lage im Nahen Osten zu begründen, ist fragwürdig. Aus technischer Sicht bekommt die Aktie Unterstützung im Bereich von 57,50 Euro.
FAQs:
Warum hat BMW die Prognose gesenkt?
BMW verweist auf die schwache Entwicklung in China und den Nahostkonflikt.
Was ist für Anleger der wichtigste Punkt?
Entscheidend ist die deutlich niedrigere Margenerwartung in der Autosparte.
Was spricht für BMW?
Roll-out der Neuen Klasse, der Ausschüttungsquote und dem laufenden Aktienrückkaufprogramm fest.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 08:16