Eigentlich sollte die Vorzugsaktie „Stretch“ (STRC) von Strategy wie ein Fels in der Brandung wirken: Konzipiert, um stetig um den Nennwert von 100 Dollar zu pendeln und Anlegern eine attraktive Dividende zu sichern. Doch am Mittwoch ist dieses Versprechen massiv ins Wanken geraten. Mit einem Tagesschlusskurs von 89 Dollar notiert das Papier nun elf Prozent unter seinem angestrebten Anker.
• Die Vorzugsaktie STRC notiert mit 89 Dollar erstmals deutlich unter ihrem Nennwert von 100 Dollar und markiert ein neues Jahrestief.
• Aufgrund des niedrigen Kurses hat Strategy die Kapitalbeschaffung durch neue STRC-Emissionen vorerst ausgesetzt.
• Der Kursrückgang verdeutlicht die hohe Abhängigkeit des Produkts von der Stabilität des Bitcoin-Marktes, die aktuell durch Zinsunsicherheiten belastet ist.
Der Grund: Das Finanzinstrument ist eng an die Volatilität des Bitcoins gekoppelt. Strategy nutzt die Erlöse aus der Emission von STRC primär für den weiteren Aufbau seiner Bitcoin-Reserven. Während das Unternehmen das Papier zum Start noch als „iPhone-Moment“ feierte, zeigt sich nun die Kehrseite der spekulativen Strategie: Wenn der Bitcoin-Markt wackelt, gerät der vermeintliche Stabilitätsanker massiv unter Druck.
Entsprechend reagierten Marktbeobachter: STRC, das eine effektive Rendite von 12,9 Prozent ausschüttet, verliert bei Anlegern an Attraktivität. Zum Vergleich: Das von Strive emittierte Pendant SATA notiert am gleichen Tag bei über 99 Dollar und bietet bei höherer Stabilität eine Rendite von 13,69 Prozent.
Kapitalbeschaffung pausiert
Normalerweise nutzt Strategy Phasen, in denen STRC über dem Nennwert notiert, um durch neue Aktienemissionen frisches Kapital für Bitcoin-Käufe zu generieren. Da der Kurs derzeit jedoch so weit von der 100-Dollar-Marke entfernt ist, hat das Unternehmen dieses Programm vorerst ausgesetzt. Das ist ein notwendiger Rückzug, um den verwässernden Effekt bei einem derart niedrigen Kursniveau zu vermeiden.
Dass „Stretch“ mittlerweile zweistellig unter seinem Nennwert notiert, ist ein Alarmsignal. Das Produkt, das durch monatliche Ratenanpassungen eigentlich künstlich bei 100 Dollar gehalten werden sollte, zeigt nun deutliche Risse im Sicherheitskonzept. Anleger sollten von der Strategy-Aktie daher weiterhin die Finger lassen.
FAQ
Warum notiert „Stretch“ so weit unter dem Zielwert von 100 Dollar?
Der Kurs von STRC reagiert hochsensibel auf Bitcoin-Schwankungen. Da das Papier als Instrument zur Bitcoin-Finanzierung dient, führt ein schwacher oder volatiler Kryptomarkt zu einem Vertrauensverlust bei den Anlegern, was den Kurs unter den Nennwert drückt.
Was passiert mit der Dividendenzahlung bei einem niedrigen Kurs?
Die Dividendenzahlungen bleiben vorerst unberührt, da das Unternehmen STRC als vorrangiges Instrument führt. Um die Ausschüttungen zu sichern, hat Strategy sogar schon vereinzelt Bitcoin-Bestände liquidiert, statt neue Aktien zum niedrigen Kurs auszugeben.
Warum hat das Unternehmen das Programm zur Kapitalbeschaffung gestoppt?
Strategy gibt neue STRC-Aktien üblicherweise nur aus, wenn der Kurs über 100 Dollar liegt. Da der aktuelle Marktpreis bei 89 Dollar weit unter diesem Wert liegt, würde eine Ausgabe neuer Aktien das Unternehmen zu stark verwässern und den Druck auf den Kurs weiter erhöhen.
Heute, 08:51