Der jüngste Erholungsversuch von Bitcoin gerät ins Stocken. Am Freitagmorgen rutschte die größte Kryptowährung der Welt wieder unter die wichtige Marke von 70.000 Dollar. Der aktuelle Verlust beläuft sich auf 4,1 Prozent. Auch andere Kryptowerte wie Ethereum geben deutlich nach. Der Grund: geopolitische Spannungen und ein plötzlicher Richtungswechsel bei den Kapitalflüssen.
Noch zu Beginn der Woche zeigte sich der Markt robust. Zwischen dem 2. und 4. März verzeichneten die amerikanischen Bitcoin-ETFs starke Zuflüsse von insgesamt rund 1,1 Milliarden Dollar. Allein am 4. März sammelten die Fonds 461,9 Millionen Dollar ein. Auch die direkte Nachfrage zog an. Laut den Analysten von Bitfinex kauften Anleger seit Anfang März für rund 3,5 Milliarden Dollar direkt über Kryptobörsen.
Doch dieser Lauf riss am 5. März abrupt ab. Die Fonds verbuchten plötzlich wieder Nettoabflüsse in Höhe von 227,9 Millionen Dollar. Selbst der Branchenprimus IBIT von BlackRock, der zuvor täglich neues Kapital anzog, verzeichnete an diesem Tag ein Minus. Entsprechend nervös reagieren nun die Anleger.
Flucht in Sicherheit oder Risikokapital?
Die Eskalation im Iran-Konflikt testet derzeit die Rolle von Bitcoin im globalen Finanzgefüge. Während traditionelle sichere Häfen wie Gold sofort zulegten, fiel Bitcoin zunächst auf rund 63.000 Dollar, bevor eine rasche Erholung einsetzte. Analysten von Binance Research beschreiben die Marktstimmung in einem aktuellen Bericht als "wachsam, aber nicht panisch".
Matt Mena, Stratege bei 21Shares, sieht in der zwischenzeitlichen Stärke sogar Anzeichen dafür, dass Investoren Bitcoin zunehmend als eine Art digitales Gold betrachten. Zudem hielten die ETF-Anleger ihre Positionen trotz des Preisverfalls weitgehend stabil.
Andere Experten winken jedoch ab. Nicolai Sondergaard von Nansen verweist darauf, dass Bitcoin seit Wochen in einer engen Spanne zwischen 60.000 und 71.000 Dollar feststeckt. Solange die obere Grenze nicht klar durchbrochen wird, fehlt den Institutionen das Signal für einen echten Aufwärtstrend. Stattdessen parken Großanleger ihr Geld weiterhin lieber in sicheren Stablecoins.
Ölpreis drückt auf die Stimmung
Auch das breitere wirtschaftliche Umfeld drückt auf die Kurse. Die Analysten von QCP Capital argumentieren, dass die Geopolitik zwar die Schlagzeilen dominiert, am Ende aber der Ölpreis die Märkte lenkt. Bleiben die Energiekosten hoch, belastet das die Zinslandschaft und dämpft eine nachhaltige Rally.
Die gute Nachricht: Die jüngste Erholung war strukturell gesünder als frühere Ausbrüche. Laut Bitfinex basierte der Anstieg hauptsächlich auf echten Käufen, während riskante Hebelgeschäfte moderat blieben. Solange die 72.500-Dollar-Marke jedoch nicht überschritten wurde, gilt es weiterhin abzuwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
06.03.2026, 14:50