07.06.2017 Florian Söllner

Bitcoin in voller Blüte: „Die perfekte Anlageklasse für eine Spekulationsblase“

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Gold
Trendthema

Ist der Bitcoin nur die „perfekte Assetklasse für eine Spekulationsblase“ oder die Zukunft des Bezahlens? Die Meinungen gehen weit auseinander: Von null bis zu einer Million Dollar pro Bitcoin ist alles möglich.

Tausende Euro für eine einzige Tulpenzwiebel und dafür eine Hypothek auf das Haus aufnehmen? Heute undenkbar. Doch in den 1630er-Jahren spielten die Holländer verrückt und überboten sich gegenseitig beim Kauf besonderer Tulpenzwiebeln. Am Ende kollabierten die Preise und erreichten nie mehr auch nur ansatzweise ihre alten Hochstände. Sollte dieser erste große Crash eine Warnung für Bitcoin-Investoren sein? Ex-Analyst Henry Blodget kennt sich mit Blasen aus – er hat die Internet-Hausse zur Jahrtausendwende mitgeprägt. Jetzt hat er in einem Video unterstrichen: „Kryptowährungen wie Bitcoin sind die perfekte Anlageklasse für eine Spekulationsblase.“ Es gebe keinen inneren Wert. Null Dollar seien genauso möglich wie 1.000.000 Dollar. Anders als bei Aktien kann etwa kein astronomisches KGV auf eine Missbewertung hindeuten. Einzig die zunehmende Akzeptanz als Zahlungs- oder Geldtransportmittel sei wertvoll – und ein gutes Zeichen, so der umstrittene US-Experte.

SegWit: Platzt der Knoten?

Bitcoin ist erste Wahl, wenn Menschen im Internet anonym bezahlen wollen, und eine günstige Alternative, um Geld von A nach B zu transferieren. Doch das auf Blockchain basierende Bitcoin-System kommt an seine Grenzen. Die Abwicklung einiger Transaktionen kann Stunden betragen, was an der Blockgröße von 1 MB liegt. Die Lösung wäre ein Update für den Bitcoin-Core-Quellcode (SegWit) auf 2 bis 4 MB. Hier deutet sich nach jahrelangen Verhandlungen der Bitcoin-Community eine Lösung an.

Mitten im Hype

Wie komme ich an Bitcoins? In Apps wie Blockchain.info können Bitcoins per Kreditkarte in die Wallet gekauft werden. Direkt handelbar ist die Kryptowährung auf Börsen wie Bitcoin.de – für eine schnelle Ausführung ist ein Konto bei einer Partnerbank notwendig. Am bequemsten ist der Kauf per Zertifikat.

Sollte ich das Risiko eingehen, welche zu besitzen? Kurzfristig schrillen Alarmglocken: Der Bitcoin ist wieder in aller Munde, es droht eine Übertreibung wie im Jahr 2014. Auch hier musste der 700-Prozent-Anstieg dann jahrelang verdaut werden. Nur wer temporäre Kursrückgänge von 80 Prozent und mehr verkraften kann, sollte ein wenig (!) Geld einsetzen. Bitcoin ist kein Investment wie eine Aktie – besitzt jedoch als eine Art Versicherungsprämie gegen Hyperinflation oder ein Bargeldverbot seinen Reiz.

(Hinweis: Der Autor besitzt Bitcoins)