Der Kryptomarkt meldet sich am Mittwoch eindrucksvoll zurück. Allen voran der Bitcoin legt kräftig zu und zieht auch Aktien aus dem Sektor mit nach oben. Besonders stark präsentiert sich Coinbase: Die Aktie der größten US-Kryptobörse springt zeitweise um mehr als 15 Prozent nach oben.
Der Bitcoin gewinnt im Tagesverlauf gut sieben Prozent und steigt zeitweise auf rund 71.364 Dollar. Marktteilnehmer sehen die Kryptowährung zunehmend als möglichen sicheren Hafen, nachdem sich die geopolitische Lage durch die US-israelischen Angriffe auf den Iran weiter verschärft hat.
Trotz der aktuellen Erholung bleibt das laufende Jahr für den Kryptomarkt bislang schwierig. Der Bitcoin liegt seit Jahresbeginn noch immer rund 18 Prozent im Minus. Vor allem im Februar sorgte eine starke Volatilität für Druck auf die Kurse – zeitweise ging es in dem Monat um rund 15 Prozent nach unten.
Rückenwind bekommt der Sektor nun von neuen Aussagen des Coinbase-CEO Brian Armstrong. „Die Grundlagen für Kryptowährungen waren noch nie stärker“, schrieb Armstrong am Mittwoch auf der Plattform X. Er bezog sich dabei auf ein Interview mit Coinbase-Strategiechef John D’Agostino.
Die Aussagen kommen in einer Phase erhöhter Unsicherheit rund um die Regulierung des Kryptomarktes in den USA. Hierzu passt ein Bericht von Politico. Demnach traf sich US-Präsident Donald Trump zuletzt privat mit Armstrong. Kurz danach äußerte sich Trump öffentlich zur stockenden Kryptogesetzgebung.
Auf seiner Plattform Truth Social forderte Trump den Kongress auf, die Regulierung digitaler Vermögenswerte voranzutreiben. Gleichzeitig kritisierte er große Banken, die seiner Ansicht nach ein wichtiges Kryptogesetz blockieren würden.
Trump warnte zudem, dass ein kürzlich verabschiedetes Gesetz namens „Genius Act“ von Banken untergraben werde – ein Vorwurf, den auch Coinbase seit Monaten erhebt.
Im Zentrum des Konflikts steht ein schnell wachsender Bereich des Kryptomarktes: Belohnungsprogramme für Stablecoins. Plattformen wie Coinbase bieten Anlegern aktuell rund 3,5 Prozent jährliche Rendite auf bestimmte Stablecoin-Guthaben.
Damit liegen die Zinsen deutlich über denen vieler klassischer Bankkonten. Bei vielen Girokonten in den USA beträgt die Verzinsung weniger als 0,1 Prozent. Genau diese Konkurrenz sorgt zunehmend für Spannungen zwischen Banken und der Kryptobranche.
DER AKTIONÄR hatte erst vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass die Coinbase-Aktie nach dem massiven Kursrückgang zuvor reif für ein Comeback ist (siehe hier). Genau dieses Szenario verfestigt sich nun. Anleger nehmen den Wert wieder auf die Watchlist.
Heute, 18:55