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Bitcoin, Banken und ein Milliarden‑Streit: Coinbase wehrt sich gegen neues US‑Gesetz

Bitcoin, Banken und ein Milliarden‑Streit: Coinbase wehrt sich gegen neues US‑Gesetz
Foto: Michael Saylor/X
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Philipp Schleu Heute, 08:55 Philipp Schleu

Bitcoin gibt als Leitwährung den Takt an den Krypto-Märkten vor. Doch die wahren Weichenstellungen für die Branche passieren aktuell fernab der Kurstafeln. In Washington kämpft die digitale Finanzwelt um ihre zukünftige Ausrichtung. Im Zentrum der Debatte steht der sogenannte Clarity Act. Die größte amerikanische Kryptobörse Coinbase stellt sich nun auch gegen den neuesten Gesetzentwurf.

Die Krypto-Branche will wachsen. Bitcoin und andere digitale Anlagen drängen immer stärker in den traditionellen Finanzsektor. Dafür braucht der Markt funktionierende Schnittstellen zum echten Geld. Hier kommen Stablecoins ins Spiel. Diese Token, die meist an den Dollar gekoppelt sind, dienen als wichtiges Schmiermittel für den Handel. Der neue Clarity Act soll diesen Bereich nun gesetzlich ordnen.

Doch ein aktueller Kompromissvorschlag der Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks sorgt für massiven Widerstand. Er verbietet es Kryptobörsen, Renditen auf Stablecoin-Guthaben auszuzahlen. Zudem sollen Krypto-Firmen künftig weniger Zugriff auf Transaktionsdaten erhalten.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Banken fürchten um ihr Kerngeschäft

Während die Krypto-Industrie finanzielle Flexibilität für ihre Nutzer fordert, schlagen klassische Banken Alarm. Sie befürchten einen massiven Abfluss von Kundengeldern. Wenn Anleger ihr Kapital lieber für attraktive Zinsen in Krypto-Währungen parken, fehlen den traditionellen Instituten diese Einlagen für die Kreditvergabe. Die Finanzbranche lobbyiert daher stark für strikte Regeln. Das Weiße Haus versuchte bereits in mehreren Geheimtreffen, zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Bisher gibt es keine Einigung.

Milliarden-Umsätze in Gefahr

Für Unternehmen wie Coinbase geht es um nackte Zahlen. Im Jahr 2025 erzielte die Börse 1,35 Milliarden Dollar Umsatz allein mit Stablecoins. Ein Großteil davon stammt aus der Partnerschaft mit dem Unternehmen Circle und dem Token USDC. Ein Zinsverbot würde diesen Einnahmestrom massiv beschneiden.

Auch die anhaltende politische Unsicherheit drückt die Stimmung am Markt. Die Coinbase-Aktie schloss am Mittwoch nahezu unverändert bei 181,10 Dollar. Auf Sicht von sechs Monaten verlor das Papier jedoch 41 Prozent an Wert. Negativ reagieren auch die Papiere des Partners Circle, die nach Bekanntwerden des Kompromissvorschlags am Dienstag um rund 20 Prozent einbrach. Analysten der Bank Mizuho machen für diesen Kursrutsch direkt den politischen Stillstand in Washington verantwortlich.

Coinbase (WKN: A2QP7J)

Patrick Witt, Berater des US-Präsidenten für digitale Vermögenswerte, rät hingegen zur Gelassenheit. Er bezeichnet die aktuelle Kritik in den sozialen Netzwerken als uninformiert und bleibt für den Krypto-Markt optimistisch. Senatorin Cynthia Lummis betonte zudem, man arbeite rund um die Uhr an einer Lösung, die Krypto-Belohnungen schützt und gleichzeitig kleine Banken absichert.

Der Streit um den Clarity Act geht in die nächste Runde. Es ist ein fundamentaler Kampf um die Konkurrenzfähigkeit von Bitcoin und dem gesamten Krypto-Markt gegenüber der klassischen Finanzwelt. Zudem wird der Ausgang dieser Debatte direkt bestimmen, wie profitabel Krypto-Unternehmen wie Coinbase und Circle in den kommenden Jahren arbeiten können. Anleger beachten bei Circle den Stopp bei 80 Euro.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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