Der Bitcoin hat den Rückschlag nach dem Scheitern des US-Clarity Act zunächst abgefedert und die Zone um 75.000 Dollar verteidigt. Zugleich rückt die traditionelle Finanzwelt näher: Die Deutsche Bank will institutionellen Kunden Bitcoin-Verwahrung anbieten. Bitwise-CIO Matt Hougan hält derweil einen Anstieg auf 1,3 Millionen Dollar bis 2035 für erreichbar.
- Der Clarity Act scheiterte bei einer Verfahrensabstimmung im US-Senat.
- Die Deutsche Bank plant Verwahrung für Bitcoin, Ether und ausgewählte Stablecoins.
- Bitwise-CIO Matt Hougan sieht Bitcoin noch 2026 wieder über 100.000 Dollar.
Der US-Senat brachte den Clarity Act nicht voran. Die Abstimmung endete mit 49 zu 50 Stimmen (DER AKTIONÄR berichtete). Das Gesetz sollte unter anderem klären, welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere und welche als Rohstoffe gelten. Damit hätte die Branche in den USA mehr Rechtssicherheit erhalten.
Bitcoin rutschte daraufhin zeitweise unter 75.000 Dollar. Anders als viele kleinere Kryptowährungen stabilisierte sich die größte Digitalwährung jedoch wieder in dieser wichtigen Zone. Das spricht dafür, dass ein Teil der Enttäuschung bereits eingepreist war. Einen neuen Aufwärtstrend bestätigt der Kurs damit noch nicht.
Deutsche Bank: Institutionelles Angebot wächst
Für neuen Rückenwind könnte nun die zunehmende Einbindung etablierter Banken ins Krypto-Universum sorgen. Die Deutsche Bank will noch 2026 einen regulierten Verwahrungsdienst für institutionelle und gewerbliche Kunden in Deutschland starten (DER AKTIONÄR berichtete). Geplant sind zunächst Bitcoin, Ether sowie ausgewählte Stablecoins wie USDC, EURC und EURAU. Voraussetzung bleibt die regulatorische Freigabe.
Die Bank übernimmt dabei die Verwaltung der Wallets und Private Keys. Für Vermögensverwalter, Hedgefonds, Unternehmen und weitere institutionelle Adressen sinkt damit die technische und organisatorische Hürde für einen Einstieg. Kurzfristig dürfte der Dienst die Geschäftszahlen der Deutschen Bank kaum bewegen. Für Bitcoin zählt zunächst der Signalwert – und später die Frage, ob aus Verwahrung tatsächlich zusätzliche Nachfrage entsteht.
Nächste steile Bitcoin-Prognose
Zu guter Letzt gibt es einen weiteren Branchenkenner, der den Bitcoin auf über eine Million Dollar klettern sieht. Konkret hält Bitwise-CIO Matt Hougan eine Rückkehr über die Marke von 100.000 Dollar noch in diesem Jahr für realistisch. Bis 2035 sieht er Bitcoin bei 1,3 Millionen Dollar. Damit ist Hougan nicht alleine: Auch Cathie Wood und Binance-Mitgründer Changpeng Zhao (CZ) sehen den Bitcoinkurs über die Millionenschwelle klettern.
Hougans Rechnung basiert dabei auf institutionellen Kapitalströmen, also eben jener Zielgruppe, die auch die Deutsche Bank nun erschließen will. Pensionsfonds, Versicherer, Stiftungen und Staatsfonds verwalten laut Hougan zusammen 100 bis 200 Billionen Dollar. Bereits eine Bitcoin-Allokation von einem Prozent könnte erhebliche Mittel mobilisieren. Langfristig müsse Bitcoin zudem rund ein Viertel des globalen Marktes für Wertaufbewahrung erobern, der bislang von Gold und Staatsanleihen dominiert wird.
Die Verteidigung der 75.000-Dollar-Marke ist ein positives Signal. Der Clarity-Rückschlag ist damit aber nicht erledigt. Entscheidend bleiben regulatorische Fortschritte, tatsächliche institutionelle Zuflüsse und die Rückkehr über die 100.000-Dollar-Marke. Trotzdem bleibt DER AKTIONÄR für Bitcoin langfristig ebenfalls bullish gestimmt. Welche Krypto-Aktie dagegen jetzt zeitnah durchstartet, lesen Sie im Aktien-Report „Die Wette des Jahrzehnts“.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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