Nach dem vorläufigen Aus für den US-Krypto-Gesetzentwurf CLARITY Act ist Bitcoin am Dienstag deutlich unter Druck geraten. Nun rückt die Marke von 75.000 Dollar in den Fokus. Mit 75.418 Dollar kam die Kryptowährung in den vergangenen 24 Stunden bereits gefährlich nahe an diese Unterstützung heran.
- Der Bitcoin fiel nach dem gescheiterten Senatsvotum zeitweise unter 76.000 Dollar.
- 75.000 Dollar sind jetzt die erste wichtige Unterstützung.
- Fällt auch der Bereich um 72.800 Dollar, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, hat der US-Senat den CLARITY Act am Dienstag nicht auf den Weg gebracht. In der entscheidenden Verfahrensabstimmung scheiterte der Gesetzentwurf mit 49 zu 50 Stimmen. Für den nächsten Schritt wären 60 Stimmen nötig gewesen. Damit ist die geplante Neuordnung der Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC vorerst blockiert.
Am Kryptomarkt gab der Bitcoin daraufhin spurbar nach. Zeitweise fiel der Kurs um mehr als vier Prozent und notiert am Mittwochmorgen bei rund 75.850 Dollar. Auch Ethereum, Solana und XRP gerieten unter Druck.
Für Bitcoin selbst wäre das Gesetz zwar weniger direkt relevant als für Börsen, Broker, Verwahrer und zahlreiche kleinere Kryptowährungen. Eine klare Marktstruktur hätte der Branche dennoch einen wichtigen politischen Rückenwind gegeben. Der Rückschlag erhöht nun die regulatorische Unsicherheit in den USA.
Aus charttechnischer Sicht ist die runde Marke von 75.000 Dollar derzeit die zentrale Unterstützung. Sie hatte bereits zuvor als untere Begrenzung der jüngsten Handelsspanne gedient. Solange Bitcoin diesen Bereich verteidigt, bleibt eine Stabilisierung möglich. Ein Sprung zurück über 77.000 bis 78.000 Dollar würde das kurzfristige Bild wieder aufhellen.
Ein nachhaltiger Bruch der 75.000-Dollar-Marke wäre dagegen ein Warnsignal. Dann könnte der Blick auf den Bereich um 72.800 Dollar fallen. Dort verläuft laut aktuellen technischen Einschätzungen der gleitende 200-Tage-Durchschnitt. Ein Monats- oder Wochenschluss darunter würde den jüngsten Ausbruchsversuch infrage stellen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Bitcoin intraday kurz unter 75.000 Dollar fällt. Wichtiger wäre, ob Käufer den Rückgang schnell auffangen und die Marke auf Schlusskursbasis zurückerobern. Bleibt die Erholung aus, könnte sich der Verkaufsdruck verstärken.
Neben der US-Kryptoregulierung richtet sich der Blick am heutigen Mittwochabend auf die Federal Reserve. Die Zinsentscheidung und der neue Dot Plot dürften die Richtung für Risikoanlagen vorgeben. Der Markt preist laut aktuellen Berichten eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 Prozent ein. Gleichzeitig sorgt der wieder gestiegene Ölpreis für zusätzlichen Inflationsdruck. Für Bitcoin wäre eine überraschend straffe Tonlage der US-Notenbank ein weiterer Belastungsfaktor. Höhere Zinsen verringern typischerweise die Attraktivität spekulativer Anlagen und können Kapital aus Kryptowährungen abziehen.
Eine zurückhaltendere Entscheidung der Fed könnte dagegen eine technische Gegenbewegung auslösen – vorausgesetzt, die Unterstützung bei 75.000 Dollar hält.
Der Bitcoin steht kurzfristig unter Druck. Hält die 75.000-Dollar-Marke nicht, dürften Anleger einige der zuletzt aufgelaufenen Gewinne vom Tisch nehmen. Langfristig bleibt der Bitcoin jedoch aussichtsreich, zumal Cathie Wood und andere Krypto-Größen der Kryptowährung einen Kursanstieg auf bis zu eine Million Dollar zutrauen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 06:09
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