Die Quartalsberichtssaison nimmt Fahrt auf – und Morgan Stanley erwartet bei mehreren Aktien nach den Zahlen deutliche Kursbewegungen.
Anleger sollen laut den Experten von Morgan Stanley vor allem die Ausblicke der Unternehmen beachten. Steigende Kosten und die Unsicherheit rund um die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz sorgen für eine hohe Erwartungshaltung. Bislang reagierten nur 41 Prozent der S&P-500-Aktien, die bereits Zahlen vorgelegt hatten, am Folgetag positiv. Die Latte für positive Überraschungen liegt also hoch.
Morgan Stanley hat einige Anlageideen mit kurzfristigen Kurstreibern identifiziert.
Western Digital zählt vor den Zahlen zu den bullischen Empfehlungen von Morgan Stanley. Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten mehr als 32 Prozent verloren – aus Sicht von Analyst Erik Woodring deutlich zu stark.
Analyst Woodring rechnet mit einer robusten Nachfrage nach Festplatten und steigenden Preisen. Seine Gewinnschätzung für das Dezemberquartal liegt rund 10 Prozent über dem Marktkonsens. Für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 liegt Woodring sogar 15 bis 40 Prozent über den Erwartungen der Wall Street.
TeraWulf: KI braucht Strom
Der KI-Infrastrukturwert TeraWulf veröffentlicht am 6. November Zahlen. Morgan Stanley setzt auf die steigende Nachfrage nach Rechenzentren und deren Energieversorgung.
Analyst Stephen Byrd verweist auf die Erfahrung des Unternehmens beim Aufbau großer Energieinfrastruktur-Projekte und beim Abschluss von Verträgen mit Rechenzentrums-Kunden. Zudem werde der Wert der High-Performance-Computing-Mietverträge an der Börse unterschätzt. Laut Byrd repräsentieren diese Verträge fast den doppelten Wert je Aktie im Vergleich zum aktuellen Börsenkurs.
Das Urteil der Analysten: Übergewichten. TeraWulf profitiert vom KI-Stromhunger, bleibt aber ein spekulativer Infrastrukturwert.
Williams Companies: Der Energie-Profiteur der KI-Welle
Auch Williams Companies gehört zu den Favoriten. Die Idee: Neue Rechenzentren treiben den Strombedarf hoch – und damit die Nachfrage nach Gasversorgung, Pipelines und lokaler Stromerzeugung.
Analyst Robert Kad erwartet bis 2030 ein durchschnittliches EBITDA-Wachstum von rund 16 Prozent pro Jahr. Das liegt über der eigenen Unternehmensprognose von mehr als 11 Prozent.
Williams bietet Hyperscalern Komplettlösungen: Erdgasversorgung, Pipeline-Anbindung und Stromerzeugung vor Ort. Nach Vertragsabschluss könne das Unternehmen Energie innerhalb von 18 bis 24 Monaten bereitstellen.
Auch hier lautet das Anlageurteil: Übergewichten. Williams ist eine vergleichsweise defensivere KI-Wette – nicht über Chips, sondern über den steigenden Energiebedarf von Rechenzentren.
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