Bei Bayer spitzt sich eine der wichtigsten Baustellen weiter zu. Der US Supreme Court hat sich heute mit den Roundup-Klagen befasst – und dabei gemischte Signale gesendet. Für den DAX-Konzern geht es um viel: Mehr als 10 Milliarden Dollar hat der Rechtsstreit bereits gekostet. Im Kern dreht sich alles um eine entscheidende Frage.
Diese lautet: Darf Bayer überhaupt verklagt werden, wenn US-Behörden keinen Krebswarnhinweis für das Glyphosat-Produkt verlangt haben? Der Konzern argumentiert, dass Bundesrecht solche Klagen ausschließt.
Hier zeigen sich die Richter derzeit uneins. Während einige dem Argument folgen und auf einheitliche Kennzeichnungspflichten verweisen, betonen andere, dass Bundesstaaten bei neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen eigene Warnhinweise verlangen könnten.
Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass der Termin für Bewegung sorgen könnte. „Die Situation bleibt dynamisch, mit wichtigen Meilensteinen und Entscheidungen in den kommenden Wochen“, hatte Bayer-Chef Bill Anderson noch auf der Hauptversammlung erklärt. Auch Analysten warnten vor möglichen Unsicherheiten rund um die Verhandlung.
So hatte Barclays zuletzt zwar an der positiven Einschätzung festgehalten, zugleich aber betont, dass die Interpretation der Anhörung für Volatilität sorgen könnte.
Entscheidung bis Juli
Ein Urteil wird bis Anfang Juli erwartet. Für Bayer ist das ein potenzieller Wendepunkt.
Fällt die Entscheidung zugunsten des Konzerns aus, könnte ein Großteil des verbleibenden Rechtsrisikos vom Tisch sein. Das würde der Aktie erheblichen Rückenwind geben. Sollte das Gericht den Klagen dagegen weiter den Weg offen lassen, dürfte die Belastung bestehen bleiben.
Die Aktie reagiert bislang verhalten. Nach dem jüngsten Rutsch unter die Marke von 40 Euro hat sich das Chartbild wieder eingetrübt. Der seit Jahren laufende Rechtsstreit bleibt damit ein zentraler Belastungsfaktor.
Unter dem Strich bleibt die Situation für Anleger schwierig. Der Ausgang ist offen, die Fallhöhe hoch. Anleger bleiben daher an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
27.04.2026, 22:09