Die Aktie von Bayer hat am Freitag deutlich nachgegeben. Mit einem Minus von 3,7 Prozent war der Agrarchemie- und Pharmakonzern nach Infineon der zweitschwächste Wert im DAX. Dabei hatten die Leverkusener ihre Zahlen bereits am Mittwoch vorgelegt. Seitdem melden sich nach und nach Analysten zu Wort – mit teils unterschiedlichen Einschätzungen.
Die Deutsche Bank Research bleibt vorsichtig. Analyst Falko Friedrichs bestätigte seine Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 23 Euro. Die Resultate für das vierte Quartal seien zwar solide gewesen, würden jedoch vom schwachen Ausblick auf das Jahr 2026 überschattet, schrieb er in einer am Donnerstag vorliegenden Studie.
Deutlich optimistischer zeigt sich Goldman Sachs. Die US-Investmentbank bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 54,50 Euro. Analyst James Quigley sieht die Ziele für 2026 weitgehend im Rahmen seiner Erwartungen. Allerdings dürfte der Konsens für das operative Ergebnis etwas nach unten angepasst werden. Quigley rechnet mit einem Rückgang um drei bis vier Prozent, etwa zur Hälfte währungsbedingt.
Auch JPMorgan bleibt positiv gestimmt. Die US-Bank bestätigte ihr Rating „Overweight“ und ein Kursziel von 50 Euro. Analyst Richard Vosser verwies darauf, dass Bayer im vierten Quartal 2025 solide abgeschnitten habe. Der operative Ergebnisausblick für 2026 bedeute jedoch ebenfalls einen Anpassungsbedarf beim Konsens – auch hier vor allem wegen Währungseffekten. Vosser schätzt den Effekt auf rund drei Prozent.
Eine ähnliche Einschätzung kommt von Barclays. Die britische Investmentbank bleibt ebenfalls bei „Overweight“ und einem Kursziel von 50 Euro. Analyst Charles Pitman-King erwartet leichte Anpassungen beim Konsens für Umsatz und operatives Ergebnis. Er taxiert den Anpassungsbedarf auf etwa zwei beziehungsweise drei Prozent.
Etwas vorsichtiger ist dagegen Berenberg. Die Privatbank senkte ihr Kursziel von 42,20 auf 40 Euro, bestätigte jedoch die Einstufung „Hold“. Analyst Sebastian Bray verwies darauf, dass die vorläufige Genehmigung eines Glyphosat-Vergleichs in den USA die schwache Kursreaktion auf den Geschäftsbericht teilweise ausgeglichen habe. Der Vergleich sei jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Zudem bleibe die Entscheidung des obersten US-Gerichts im sogenannten Durnell-Fall ein wichtiger Faktor. Bray passte seine Schätzungen unter anderem wegen höherer Zinskosten für Glyphosat-Rückstellungen sowie aufgrund der neuen Definition des bereinigten Ergebnisses je Aktie an.
Der Blick auf den Analystenkonsens zeigt insgesamt ein moderat positives Bild. Von rund 28 Experten raten derzeit 15 zum Kauf der Aktie, 12 empfehlen Halten und lediglich einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 41,90 Euro und damit gut zwölf Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
Die Spanne der Einschätzungen bleibt allerdings groß: Während besonders skeptische Stimmen Kurse um 23 Euro für angemessen halten, sehen optimistischere Analysten Potenzial bis deutlich über 50 Euro. Insgesamt bleibt die Stimmung damit vorsichtig konstruktiv – mit klaren Chancen, aber auch weiterhin bestehenden Risiken, vor allem rund um die Rechtsstreitigkeiten und den mittelfristigen Ausblick.
Insgesamt zeigt sich damit ein gemischtes Bild unter den Analysten. Während einige Häuser den Ausblick und mögliche Konsensanpassungen kritisch sehen, bleiben andere langfristig optimistisch für die Bayer-Aktie. Für Anleger bleibt insbesondere die Entwicklung rund um die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten sowie der operative Fortschritt im Agrar- und Pharmageschäft entscheidend. Anleger bleiben daher vorerst an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
06.03.2026, 18:27