Neue Hoffnung im Glyphosat-Komplex hat der Bayer-Aktie am Mittwoch etwas Auftrieb verliehen. Ein Gericht in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri hat den von Bayer Mitte Februar angekündigten Sammelvergleich mit Klägern zunächst vorläufig gebilligt. Der Konzern sieht darin einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der geplanten Einigung.
An der Börse sorgte die Nachricht für eine gewisse Stabilisierung. Die Aktie stand zuvor wegen eines verhaltenen Ausblicks für das laufende Jahr deutlich unter Druck. Seit dem Februar-Hoch – als Hoffnungen auf einen milliardenschweren Vergleich den Kurs fast bis an die Marke von 50 Euro getrieben hatten – befindet sich das Papier allerdings im kurzfristigen Abwärtstrend.
Die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten belasten den Konzern weiterhin massiv. Hohe Rückstellungen für Klagen führten 2025 zu einem Milliardenverlust. Für 2026 stellt Bayer ein operatives Ergebnis von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro in Aussicht und bleibt damit leicht unter den bisherigen Analystenschätzungen.
Zuletzt hatte Bayer mit positiven Studiendaten zum Gerinnungshemmer Asundexian für neue Wachstumsfantasie gesorgt. Zudem hoffen Anleger auf ein richtungsweisendes Urteil des US Supreme Court im Glyphosat-Komplex, das bereits im Juni fallen könnte.
Die Investmentbank Barclays hält weiterhin an ihrer Empfehlung „Overweight“ für die Bayer-Aktie fest und bestätigt das Kursziel von 50 Euro. Analyst Charles Pitman-King sieht in der vorläufigen Zustimmung zu einem Glyphosat-Vergleich in den USA einen wichtigen Fortschritt, um das Thema abzuschließen. Gleichzeitig werde dadurch das Risiko im Vorfeld der noch ausstehenden Entscheidung des obersten US-Gerichts im Fall Durnell verringert.
Die Aktie von Bayer hat sich zuletzt nach den zwischenzeitlich deutlichen Verlusten nach den Zahlen am Mittwoch stabilisieren können. Dabei konnte das Papier auch über die 90-Tage-Linie zurückkehren. Diese gilt weiterhin als wichtige Unterstützung. Die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten bleiben entscheidend.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 11:28