Morgen ist es soweit: Dann wird BASF offiziell seinen neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang eröffnen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro ist es das größte Einzelprojekt in der Geschichte des Ludwigshafener Chemieriesen. Der Standort gilt als strategisch wichtig für die künftige Ausrichtung des DAX-Unternehmens.
Der Betrieb einzelner Anlagen erfolgte bereits im November 2025. Das Werk in Zhanjiang ist laut BASF nach dem Stammwerk in Ludwigshafen und nach Antwerpen der drittgrößte Verbundstandort des DAX-Konzerns. Mit dem neuen Verbundstandort will BASF den vielversprechenden Markt in Südchina und der Provinz Guangdong besser bedienen – eines von Chinas wichtigsten Industriezentren. Für die Volksrepublik erwartet der Konzern starkes Wachstum bis 2035 mit einer größer werdenden Mittelschicht und steigenden Einkommen.
In China liegt zudem mehr als die Hälfte des Weltchemie-Bedarfs. Zwischen 2024 und 2035 erwartet BASF, dass das weltweite Wachstum in der Chemie-Branche zu 75 Prozent in der derzeit zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stattfinden wird. Parallel erwirtschaften die Ludwigshafener jedoch nur 13 Prozent ihres weltweiten Umsatzes in China. BASF sieht hier noch enorme Chancen.
Allerdings stand das Werk in Zhanjiang schon länger in der Kritik, weil die Befürchtung bestand, dass BASF zu abhängig vom autoritär regierten China werde, gegen das auch immer wieder Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen laut werden. Zudem sorgt Chinas Machtanspruch auf den Inselstaat Taiwan immer wieder für Spannungen. Ein Konflikt in der Region könnte die für die Seefahrt wichtige Taiwanstraße bedrohen.
Es bleibt dabei: Je länger sich der Iran-Konflikt hinzieht, desto mehr leiden die Weltwirtschaft und damit Chemiekonzerne wie BASF. Im Falle eines Endes dürfte es hingegen eine rasche Gegenbewegung geben. Kurzum: Die Dividendenperle ist daher weiterhin nur etwas für Mutige. Wer den DAX-Titel im Portfolio hat, sollte ihn mit einem Stopp bei 39,00 Euro nach unten absichern.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 07:31