29.07.2019 Lars Friedrich

Apple: Streit mit Trump eskaliert

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Trendthema

Der iKonzern und der US-Präsident werden wohl keine Freunde mehr: Von höheren Zöllen im Handelskonflikt mit China wäre auch Apple betroffen – und hatte deswegen im Weißen Haus um eine Ausnahme gebeten. Inzwischen hat Donald Trump darauf reagiert. Seine klare Absage erfolgte auf dem für ihn üblichen Weg.

„Apple wird keine Zollbefreiung oder –erleichterung für Mac-Pro-Teile bekommen, die in China hergestellt werden“, schrieb der US-Präsident auf Twitter. „Baut sie in den USA, keine Zölle!“

Trump hat bereits Strafzölle in Höhe von 250 Milliarden Dollar auf chinesische Waren durchgesetzt. Den Preis zahlen auch US-Unternehmen wie Apple, die auf chinesische Zulieferer angewiesen sind. Um die Folgen abzufedern, können die Unternehmen Ausnahmen beantragen. Bislang kam Apple um Sonderzölle herum, doch nun soll damit anscheinend Schluss sein.

Apple hatte kürzlich insgesamt 15 Anträge auf Zollbefreiungen eingereicht – und indirekt gewarnt, dass Unternehmen könne nach negativen Bescheiden seine Investitionen in den USA einschränken. Normalerweise wäre daraufhin eine mehrwöchige Prüfungsphase üblich. Trumps Tweet deutet aber darauf hin, dass sich der Präsident über das reguläre Verfahren zur Bewertung der Anträge hinwegsetzen könnte.

Der Nachrichtenagentur Reuter zufolge sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus, er erwarte, dass Apple eine Fabrik in Texas baut.

Apple hatte die letzte Generation des Mac Pro in Texas hergestellt, musste aber unter anderem Schrauben aus China importieren, weil ein Zulieferer in den USA nicht schnell und flexibel genug liefern konnte.

Anfang des Monats hatte Apple angekündigt, die Endfertigung des neuen Mac Pro nach China zu verlagern.

DER AKTIONÄR prognostizierte daraufhin: „Trump hatte in den vergangenen Jahren mehrfach betont, er wolle, dass Apple mehr in den USA produziert. Dass nun das Gegenteil der Fall ist, dürfte das Verhältnis zwischen dem Konzern und dem Präsidenten nicht entspannen.“

Trumps jüngste Reaktion kann als Revanche gedeutet werden. Apple dürfte das allerdings relativ kalt lassen, da der Mac Pro kein Massenprodukt ist und man die Kosten im Zweifel an die (US-)Kunden weiterreichen können sollte. Außerdem arbeitet Apple bereits daran, Teile seiner Lieferkette in andere Länder zu verlagern.

Präsidenten kommen und gehen. Apple bleibt. Die Aktie ist ein attraktives Langfristinvestment.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

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