26.04.2018 Michel Doepke

Amgen und Biogen im Zahlen-Check: Das müssen Sie jetzt wissen

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Die großen Biotech-Player Amgen und Biogen haben in dieser Woche ihre Berichte zum ersten Quartal 2018 veröffentlicht. Dabei blicken Investoren besonders stark auf die Umsatzentwicklung der potenziellen Blockbuster im Portfolio der Konzerne. DER AKTIONÄR zeigt auf, was Sie jetzt zu den beiden Biotech-Titeln wissen müssen.

Amgen: Repatha überrascht

Sowohl auf der Umsatz- als auch Ergebnisseite konnte Amgen, der größte Biotech-Konzern der Welt, die Prognosen übertreffen. Unter dem Strich erzielte die Gesellschaft ein Gewinn von 3,47 Dollar je Aktie (Schätzung: 3,25 Dollar) und Gesamterlöse von 5,6 Milliarden Dollar – ein Plus von 2,6 Prozent. Positiv heraus stach das Cholesterin-Mittel Repatha welches 123 Millionen Dollar zum Umsatz beitragen konnte. Aufgrund des erfreulichen Auftaktquartals hat Amgen bei der Umsatzprognose die untere Bandbreite angehoben.

Amgen zählt sicherlich nicht zu den dynamisch wachsenden Biotech-Firmen. Doch dafür tritt die Gesellschaft als spendabler Dividendenzahler in Erscheinung. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 2,7 Prozent. Wer die Aktie hat, bleibt an Bord.

Biogen: Spinraza enttäuscht, Management gibt Entwarnung

Nach der Publikation des Quartalsberichtes ist die Aktie von Biogen zunächst kräftig unter die Räder gekommen. Gerade das Wachstum des großen Hoffnungsträgers Spinraza gegen Spinale Muskelatrophie sorgte zunächst für lange Gesichter. Analysten rechneten im Schnitt mit einem Q1-Umsatz von 381 Millionen Dollar. Biogen setzte jedoch nur 364 Millionen Dollar um und damit lediglich eine Million Dollar mehr, als im vorangegangenen Quartal. Laut dem Biogen-Management solle man nicht in Panik verfallen. Bedingt durch die schwachen Spinraza-Erlöse verfehlte der Biotech-Konzern auch die Umsatzschätzung der Analysten um 30 Millionen Dollar. Im ersten Quartal stand lediglich ein Erlös von 3,13 Milliarden Dollar zu Buche, ein Plus von 11,4 Prozent. Beim Ergebnis je Aktie hingegen wusste Biogen mit 6,05 Dollar zu überzeugen.

Bei Biogen hängt viel vom Alzheimer-Projekt Aducanumab ab. Möglicherweise wird sich der Konzern in diesem Jahr noch durch Übernahmen verstärken, um die Abhängigkeit etwas zu reduzieren und neue Wachstumstreiber ins Produktportfolio aufzunehmen. Einer der heißen Kandidaten ist mit Sicherheit Ionis Pharmaceuticals. Bei dem Biotech-Unternehmen hat sich Biogen vor Kurzem bereits eine Beteiligung gesichert. Dennoch: Ein Einstieg drängt sich bei Biogen vorerst nicht auf. Watchlist!