Der Halbleiterhersteller AMD rechnet wegen der hohen Chipnachfrage im Zuge des KI-Booms weiter mit einem starken Wachstum. Allerdings dürfte das Tempo etwas nachlassen. Zudem hatten sich einige Analysten noch optimistischere Aussagen der AMD-Chefin Lisa Su im Zuge der Quartalszahlen am Dienstag erhofft. Die UBS sieht im aktuellen Rücksetzer der Aktei eine Kaufchance.
Von Ende März bis Ende Juni hatte sich der Kurs der AMD-Aktie fast verdreifacht und ein Rekordhoch von knapp 585 Dollar erreicht. Seitdem sorgten Gewinnmitnahmen für einen leichten Rückgang. Dennoch belief sich das Jahresplus bis zum Schluss am Dienstag auf etwas mehr als 140 Prozent. Der aktuelle Rücksetzer sollte zu verschmerzen sein.
Grund für den Verkaufsdruck: Im zweiten Quartal zog der Umsatz um rund die Hälfte auf 11,5 Milliarden US-Dollar an, wie das Unternehmen am Dienstagabend in Santa Clara mitteilte. Der operative Gewinn habe etwas mehr als drei Milliarden Dollar betragen - nach 897 Millionen vor einem Jahr. Der Ausblick für das dritte Quartal lag bei 13,0 Milliarden Dollar Umsatz. Damit lag man über dem Konsens von rund 12,5 Milliarden Dollar.
Der Markt wollte allerdings nicht nur einen Beat der Prognosen, sondern einen echten „Ausbruch“ nach oben sehen. Allen voran im KI-Segment. Auch was die Bruttomarge betrifft lag AMD mit rund 54 % unter den Erwartungen von 56 %.
Die UBS sieht die Entwicklung von AMD positiv. Der Prozessorhersteller stärke seine Wettbewerbsposition in Märkten, die von einem raschen Wandel geprägt seien, schrieb Timothy Arcuri in einer Studie. Taktisch betrachtet seien gute Nachrichten von Anlegern aber schon vorweggenommen worden - auch vor dem Hintergrund bereits optimistischer Aussagen des Prozessorherstellers zur langfristigen Marktentwicklung. Arcuri bleib bei seiner Kaufempfehlung für die Aktie. Kursziel 730 Dollar.
Die Erwartungen im Vorfeld der Zahlen waren hoch. Die Zahlen lagen leicht über den Erwartungen, der Q3-Ausblick war gut, aber nicht spektakulär genug. Trotz des Rücksetzers bleiben Anleger an Bord und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.
Enthält Material von dpa-AFX
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