++ KI-Boom ‒ so sind 125 Prozent drin ++

Alibaba bringt KI ins Auto: Boost für BYD und Co

Alibaba bringt KI ins Auto: Boost für BYD und Co
Foto: rarrarorro/Shutterstock
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Jan-Paul Fóri Heute, 08:59 Jan-Paul Fóri

Auf der Beijing Auto Show 2026 hat Alibaba ein Ausrufezeichen gesetzt: Das hauseigene KI-Modell „Qwen“ zieht im großen Stil in die Fahrzeuge namhafter Hersteller ein. Damit untermauert der chinesische Tech-Gigant seinen Anspruch, nicht nur im E-Commerce, sondern auch bei der Software für die Mobilität der Zukunft die Nummer Eins zu werden, und erhöht den Druck auf seine Rivalen.

Die Liste der Partner umfasst die größten Namen der chinesischen Autobranche. Branchenprimus BYD, Geely, Li Auto sowie das Joint Venture von Volkswagen (SAIC-VW) setzen künftig auf die Sprach-KI von Alibaba. Der Funktionsumfang geht dabei weit über einfache Navigationsansagen hinaus. Dank der Integration in das Nvidia-Ökosystem und einer hybriden Rechenleistung – teils in der Cloud, teils direkt im Fahrzeug – mutiert das Auto zum persönlichen Assistenten. 

Fahrer können per Sprachbefehl Essen bestellen, Hotelzimmer buchen, Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten kaufen oder den Status ihrer Pakete verfolgen. Sogar Bezahlvorgänge werden direkt aus dem Cockpit heraus abgewickelt. In einem stagnierenden Markt für Elektroautos ist diese „Lifestyle-Integration“ für die Hersteller ein wichtiger Pluspunkt, um sich von der Masse abzuheben und neue Kaufanreize zu setzen.

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Diese KI nutzt die Konkurrenz

Doch Alibaba ist nicht allein auf dem Spielfeld. Der Wettbewerb um die schlaueste Sprach-KI ist voll entbrannt. Während Alibaba mit seiner tiefen Integration in das chinesische Dienstleistungs-Ökosystem punktet, gehen andere Hersteller eigene Wege.

Audi setzt bei seinem neuen, exklusiv für China entwickelten Elektro-SUV AUDI E7X auf eine tiefgreifende Software-Integration lokaler Tech-Giganten: Das Fahrzeug nutzt eine Kombination aus dem KI-Sprachmodell "Doubao" von ByteDance und den spezialisierten Erkennungssystemen von iFlyTek. 

Auch der US-Konkurrent Cadillac (General Motors) hat bereits Kooperationen mit ByteDance geschlossen, um das digitale Nutzererlebnis im hart umkämpften chinesischen Markt an lokale Standards anzupassen und den Anschluss an die heimische Konkurrenz zu wahren.

Während in Fernost die totale Vernetzung dominiert, fahren die westlichen Schwergewichte eine zweigleisige Strategie. Volkswagen setzt auf den First-Mover-Effekt bei Massenmarkt-KI: Die Wolfsburger integrieren über den Partner Cerence das Sprachmodell ChatGPT global in die ID-Modelle. Doch statt auf margenstarke E-Commerce-Anbindungen fokussiert sich VW konservativ auf die Optimierung der Fahrzeugbedienung und Wissensabfragen – ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der zuletzt oft kritisierten Benutzerfreundlichkeit.

Mercedes-Benz schlägt einen ähnlichen Pfad ein, wählt aber den Premium-Ansatz. In einem groß angelegten Feldversuch, primär im US-Markt, wird die MBUX-Sprachsteuerung mit ChatGPT-Power auf ein neues Level gehoben. Das Ziel der Stuttgarter: Die emotionale Kundenbindung durch einen intuitiven, fast menschlichen Dialog zu stärken – ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal im Luxussegment.

Völlig konträr agiert hingegen Tesla. Die Musk-Truppe bleibt ihrem Dogma der vertikalen Integration treu und verweigert sich externen Plug-and-Play-Lösungen. Stattdessen fließen Milliarden in die hauseigene KI-Entwicklung – und die Wette scheint aufzugehen: Mit dem aktuellen Spring Update 2026 hat Tesla die Integration seiner KI-Schmiede xAI finalisiert.

Unter dem Kommando „Hey Grok“ ist die KI nun fester Bestandteil des Cockpits und übernimmt weit mehr als nur Wissensabfragen. Durch die direkte Kopplung an das Navigationssystem plant Grok komplexe Routen inklusive Lade- und Restaurant-Stopps in Echtzeit. Der Clou für Anleger: Nach der Übernahme von xAI durch SpaceX wächst das Musk-Imperium technologisch noch enger zusammen. Tesla-Fahrzeuge fungieren nun als rollende Endgeräte eines gigantischen KI-Ökosystems, das von FSD-Daten lernt und Synergien schafft, die für klassische OEMs unerreichbar bleiben. Während die Konkurrenz noch Schnittstellen baut, ist Tesla bereits einen Schritt weiter.

Alibaba Group (WKN: A117ME)

Alibaba treibt das Thema KI weiterhin mit hohem Tempo voran. Die Partnerschaften mit BYD und Geely dürften dem Wachstum zusätzlichen Schub verleihen. Währenddessen stehen VW, Mercedes-Benz ebenso wie BMW zunehmend unter Druck, den Anschluss nicht weiter zu verlieren.

Die Alibaba-Aktie zählt nicht nur zu den tragenden Säulen des China Tech-Giganten Index, sondern ist auch im Depot des China Stock Report (CSR) enthalten. CSR-Autor Michael Diertl befindet sich derzeit im Reich der Mitte, um vor Ort fundierte Recherchen durchzuführen. Kürzlich besuchte der China-Experte XPeng (siehe Foto unten). Weitere Eindrücke seiner Reise finden Sie auf Instagram (siehe unten). Hier geht's zum China Stock Report.

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