Der chinesische E-Commerce- und Cloud-Gigant Alibaba trumpft im KI-Wettrüsten erneut auf. Pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest hat der Konzern seine neueste Modell-Generation Qwen3.5 enthüllt. Damit schaltet Alibaba nicht nur einen Gang höher, sondern zielt direkt auf das nächste große Ding im Silicon Valley: Autonome KI-Agenten.
Während sich die erste Welle der KI-Euphorie vor allem um einfache Chat-Funktionen drehte, markiert Qwen3.5 den Übergang in die Ära der KI-Agenten. Diese Systeme können nicht nur Texte verfassen, sondern eigenständig komplexe, mehrstufige Aufgaben erledigen – von der Codierung bis hin zur Steuerung externer Software-Tools.
Besonders brisant: Alibaba setzt auf eine Doppelstrategie. Das Modell erscheint sowohl als leistungsstarke Hosted-API-Version für Firmenkunden in der Alibaba Cloud als auch als „Open-Weight“-Version. Letztere ermöglicht es Entwicklern weltweit, die KI auf eigener Hardware laufen zu lassen und zu verfeinern. Damit positioniert sich Alibaba als die bevorzugte Infrastruktur-Plattform für die globale Entwickler-Community – ein massiver Wettbewerbsvorteil gegenüber den geschlossenen Systemen von OpenAI oder Anthropic.
Native Multimodalität und Effizienz im Fokus
Qwen3.5 setzt technisch neue Maßstäbe und präsentiert sich als echtes Kraftpaket mit klarem Fokus auf native Multimodalität und hohe Effizienz. Das System ist von Grund auf multimodal ausgelegt und kann Texte, Bilder und Videos gleichzeitig innerhalb eines einzigen Modells verstehen und verarbeiten. Im Rampenlicht steht dabei die Skalierbarkeit: Die Open-Weight-Variante verfügt über enorme 397 Milliarden Parameter.
Zudem erweist sich Qwen3.5 als wahres Sprachgenie, da es nun 201 Sprachen und Dialekte unterstützt – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu zuvor 82 und ein klares Zeichen für Alibabas globale Ambitionen.
Abgerundet wird das Gesamtpaket durch die vollständige Kompatibilität mit Open-Source-Agenten wie OpenClaw, wodurch sich das Modell nahtlos in bestehende Workflows integrieren lässt und Entwicklungsprozesse erheblich beschleunigt werden.
Trotz des Fortschritts bei Qwen3.5 zeigen sich die Anleger von der Nachricht unbeeindruckt: In Hongkong gab das Papier, das auch Teil des China Tech-Giganten Index ist, am Morgen leicht nach. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bisher acht Prozent zugelegt. Noch mehr Insights zu den spannendsten Werten aus dem Reich der Mitte liefert der China Stock Report. Der Börsenbrief von China-Experte Michael Diertl liefert lukrative Investmentideen und exklusive Analysen und zu den Highflyern von morgen.
Heute, 09:15