Top oder Flop? Wasserstoff-Aktien im Check
31.07.2015 Werner Sperber

Adidas: Schon wieder weltmeisterlich

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Die Sorgen bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung der Volksrepublik China halten derzeit die Anleger weltweit in Atem. Die „Chinas“ der Adidas AG dagegen heißen Russland und "Taylormade-Adidas Golf"; China hingegen sollte für frohe Gesichter der Investoren sorgen. Das ist jedenfalls die Meinung von Jörg Philipp Frey, Analyst von Warburg Research, vor der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Jahres am 6. August.

"Hurra, Deutschland ist Weltmeister", so jubelten die Anhänger der deutschen Seniorenfußballmannschaft im zweiten Quartal des vergangenen Jahres (eigentlich erst am Endspieltag 13. Juli). Entsprechend gut liefen die Geschäfte der Adidas AG als weltweit zweitgrößtem Sportartikel-Unternehmen nach Nike. Allerdings kostete damals die Werbung auch viel Geld für Adidas. Damals setzte der Konzern 3,47 Milliarden Euro um und verdiente 144 Millionen Euro beziehungsweise 0,69 Euro je Aktie. Analyst Frey schätzt, im zweiten Quartal dieses Jahres habe Adidas 3,83 Milliarden Euro erlöst und 150 Millionen Euro respektive 0,74 Euro pro Anbteil Gewinn erwirtschaftet. Die von Bloomberg befragten Analysten schätzen den Umsatz im Schnitt auf 3,81 Milliarden Euro und den Ertrag pro Anteil auf 0,72 Euro.

Frey begründet seine Schätzungen eben mit dem starken Vergleichsquartal des Vorjahres, den gegen Russland verhängten Wirtschaftsstrafen und den damit einhergehenden absackenden Konsum sowie den geschlossenen Adidas-Läden, einem erneut schwachen Abschneiden der Golf-Sparte und einem erneut starken Hauptmarkt in der Volksrepublik China. Für das Gesamtjahr schätzt Frey den Umsatz auf 16,4 Milliarden Euro und den Gewinn je Aktie auf 3,81 Euro. Vor diesem Hintergrund rät er zum "Kauf" der Aktie mit einem Kursziel von 95 Euro. 14 von 42 Analysten, welche sich mit Adidas beschäftigen, raten ebenfalls zum Kauf, 18 zum Halten und zehn zum Verkauf. Der Umsatz für das Gesamtjahr wird von ihnen auf 16,1 Milliarden Euro geschätzt und der Ertrag pro Anteil auf 3,49 Euro. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 75,77 Euro.

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