Kalshi nimmt direkten Kurs auf das New Yorker Parkett. Die Handelsplattform für Prognosemärkte schließt derzeit eine neue Finanzierungsrunde ab. Diese taxiert das Unternehmen mit rund 40 Milliarden Dollar. Es dürfte der letzte private Geldschub vor dem Gang an die Börse sein. Brancheninsider rechnen bereits im kommenden Jahr mit dem Debüt.
Der Grund für den enormen Bewertungssprung liegt im operativen Boom. Noch im Dezember des vergangenen Jahres stuften Investoren Kalshi mit 11 Milliarden Dollar ein. Bei einer weiteren Runde im März stand das Startup bei 22 Milliarden Dollar. Binnen eines Jahres hat sich der Wert damit fast vervierfacht.
Kalshi profitiert von immer neuen Rekorden beim Handelsvolumen. Allein im August übertraf das gehandelte Volumen auf der Plattform die Marke von 40 Milliarden Dollar. Laut Daten von Dune Analytics entspricht das einer Vervierfachung innerhalb von nur sechs Monaten.
NEW: Prediction markets platform Kalshi is in advanced talks to raise about $1 billion at a roughly $40 billion valuation, Reuters reported Tuesday, citing people familiar with the matter.
— The Block (@TheBlockCo) September 29, 2026
Sequoia Capital and Wellington Management are in talks to lead the round, with Tiger… pic.twitter.com/rPTa2h0Qy4
Hohe Margen locken Großinvestoren
Entsprechend stark fällt das Interesse etablierter Adressen aus der Finanzbranche aus. Sequoia Capital und Wellington Management führen derzeit Verhandlungen, um die aktuelle Runde anzuführen. Beide Parteien hüllen sich bislang in Schweigen.
Neben dem Wachstum überzeugt vor allem die Profitabilität des 2018 gegründeten Unternehmens. Kalshi weist eine Bruttomarge von rund 90 Prozent auf. Bis August belief sich der hochgerechnete Jahresumsatz auf etwa 4 Milliarden Dollar. Nutzer setzen auf der Plattform auf politische Wahlen, Filmpreise und vor allem auf Sportereignisse wie Fußballspiele oder Weltmeisterschaften.
Vorsprung vor dem Erzrivalen
Während der schärfste Konkurrent Polymarket ebenfalls wächst, zieht Kalshi beim Tempo an. Polymarket finalisiert derzeit eine Finanzierungsrunde unter Führung von 1798 Capital, die das Unternehmen mit 21 Milliarden Dollar bewertet – rund die Hälfte von Kalshis neuem Preisschild.
Beide Anbieter haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Glücksspielunternehmen. Sie werden von der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission als Finanzbörsen reguliert. Dies erlaubt ihnen ein landesweites Geschäft nach bundesweiten Standards, während herkömmliche Buchmacher den unterschiedlichen Regeln der einzelnen Bundesstaaten unterliegen.
Kalshi nutzt den Hype um Prognosemärkte und wandelt Wetten in regulierte Finanzkontrakte um. Eine Bruttomarge von 90 Prozent und rasant wachsende Umsätze machen das Geschäftsmodell hochprofitabel. Gelingt der Schritt an die Börse im kommenden Jahr, dürfte Kalshi zu den spektakulärsten Neuzugängen des Marktes zählen.
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