Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
Foto: Börsenmedien AG
02.04.2016 Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Was für eine Woche – 15% in drei Tagen – und jetzt?

-%
ThyssenKrupp

Im schwachen Marktumfeld stach die Aktie von ThyssenKrupp am Freitag ins Auge. Mit einem deutlichen Plus führte der Industriekonzern den DAX an und setzte den jüngsten Aufwärtstrend damit fort. Grund für den Anstieg sind angebliche Gespräche über einen Einstieg des indischen Stahlkonzerns Tata Steel.

Die Rheinische Post hatte am Freitag unter Berufung auf Berliner Regierungskreise einen entsprechenden Bericht veröffentlicht. Favorisiert werde demnach zurzeit die Option eines Gemeinschaftsunternehmens, bei dem sich Tata Steel zunächst an der europäischen Stahlsparte beteiligt und später seine Anteile aufstocken könnte.

Analysten halten einen Einstieg von Tata in Deutschland auch deshalb für denkbar, weil die Inder vor wenigen Tagen angekündigt hatten, ihr Geschäft in Großbritannien mit rund 15.000 Beschäftigten aufzugeben. An der Börse beflügelten die Spekulationen die gesamte Stahlbranche. Zuletzt waren die europäischen Stahlhersteller wegen stark gefallener Preise und der billigeren Konkurrenz vor allem aus China unter Druck gestanden.

Konsolidierung sinnvoll

Vor diesem Hintergrund hatte ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger in der Vergangenheit mehrfach gesagt, dass er eine Konsolidierung in der Branche grundsätzlich für sinnvoll halte. Einer Abspaltung der eigenen Stahlsparte hatte er aber bereits Mitte Februar eine Absage erteilt. Gemeinsam mit Tata könnte der Konzern nun neu angreifen.

Foto: Börsenmedien AG

Auf die Watchlist

Neben den Tata-Gerüchten hat zuletzt auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel der ThyssenKrupp-Aktie Rückenwind verliehen. Nach der dynamischen Aufwärtsbewegung sollten Anleger aber vorerst abwarten, wie nachhaltig sich die Impulse erweisen. Kann die 20-Euro-Marke überwunden werden, wird der Titel aber wieder interessant.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Wie man Unternehmenszahlen liest

Alle Investment-Giganten der Gegenwart wurden von ihm inspiriert: In Benjamin Grahams jetzt auf Basis der Erstausgabe von 1937 neu aufgelegtem Kultklassiker vermittelt er komprimiert und leicht verständlich das Rüstzeug für eine faktenbasierte und werteorientierte Unternehmensanalyse. Die richtigen Schlüsse aus Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnung, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens ziehen? Graham zeigt, wie es geht. Mit einfachen Tests lernt der Leser, die finanzielle Situation eines Unternehmens zu beurteilen. Für den notwendigen Durchblick im Dschungel der finanzmathematischen Begriffe sorgen das umfangreiche Glossar und anschauliche Rechenbeispiele.
Wie man Unternehmenszahlen liest

Autoren: Graham, Benjamin
Seitenanzahl: 176
Erscheinungstermin: 23.07.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-679-0