01.04.2016 Werner Sperber

Capital Stage: Die Überraschung bleibt aus

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Capital Stage
Trendthema

Endgültig sind die Zahlen der Capital Stage AG für die Anleger doch enttäuschend; mehrheitlich verkauften sie die Aktie. Dafür haben sie auch gute Gründe, denn zum einen sind die Ergebnisse schwach und zum anderen sind die Ziele zu niedrig.

Enorm viel Sonne, nur nicht in den Ergebnissen
Die Zahl der Sonnenstunden ist im vergangenen Jahr um etwa 13 Prozent höher gewesen als im langjährigen Mittel. Zudem kaufte Capital Stage fünf Windparks (auf insgesamt 12 zum Ende des Jahres 2015) und 35 Solarparks (auf insgesamt 86) zu. Dafür trennte sich das Unternehmen von zwei Finanzbeteiligungen. Deshalb stieg der Umsatz um 56,4 Prozent auf annähernd 113 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 56,7 Prozent auf 86,8 Millionen Euro zu. Der Gewinn sank jedoch um 13,3 Prozent auf 19,6 Millionen Euro beziehungsweise 0,25 Euro je Aktie. Das alles ist zwar mehr als versprochen aber weniger als von Analysten geschätzt. Die Ausschüttung soll von 0,15 auf 0,18 Euro pro Anteil angehoben werden, was einer Dividendenrendite von 2,5 Prozent entspräche.

Viele Schulden und zu hohe Schätzungen
Was zudem sauer aufstößt, ist, die von 24,7 auf 19,8 Prozent gesunkene Eigenkapitalquote und die von 488 auf 837 Millionen Euro gestiegene Nettoverschuldung. Trotzdem hält es Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Klaus-Dieter Maubach für möglich, Partnerschaften einzugehen, neue Aktien zu verkaufen oder noch mehr Schulden aufzunehmen, wenn das für Zukäufe als nötig erachtet wird. Insgesamt erwartet er für das laufende Jahr einen Anstieg der Erlöse und des operativen EBITDA um jeweils mindestens 15 Prozent auf wenigstens 130 Millionen Euro beziehungsweise mehr als 100 Millionen Euro. Die Schätzungen der Analysten für den Gewinn je Aktie von 0,39 Euro (KGV von 18,5) erscheinen vor diesem Hintergrund als zu hoch.

Abwarten
Derzeit gibt es keinen Grund, die Aktie der Capital Stage AG zu kaufen. Das Chartbild ist noch immer zu schwach, solange die steigende 200-Tage-Linie bei derzeit 7,90 Euro nicht nachhaltig überwunden würde.. Die Hoffnung der Anleger auf glaubwürdig vermittelte hohe Wachstumsziele hat sich auch zerschlagen.