Touristik-Aktien waren nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs deutlich unter Druck geraten. Auch TUI wurde an der Börse abgewatscht. Am Mittwoch zeigt sich nun eine erste Gegenbewegung: Der Titel legte 5,1 Prozent zu. Und schon stellen sich die ersten Anleger die Frage: Hat der Markt mit dem Abverkauf überreagiert?
Der Konflikt im Iran hat auch deutliche Auswirkungen auf die Tourismusbranche. Am Dienstag und Mittwoch landeten die ersten Rückholflüge deutscher Urlauber wieder in der Heimat. Doch das sind längst nicht die einzigen Probleme.
Wie TUI nun mitteilte, werden aufgrund der angespannten Lage alle Kreuzfahrten gestrichen, die zwischen dem 28. Februar und dem 9. März im Nahen Osten starten sollten. Die beiden Schiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“, die derzeit in der Region unterwegs sind, sollen jedoch weiterhin regulär betrieben werden.
Auch andere Branchenvertreter berichten von deutlichen Auswirkungen auf die Reisebranche. Michael O’Leary, Chef der Billigfluggesellschaft Ryanair, zufolge sind die Buchungen in den Nahen Osten deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig zeigte er sich gelassen: Er rechne nicht mit langfristigen Effekten.
Ähnlich äußerten sich bereits am Dienstag Vertreter der Branche. Der Deutsche Reiseverband hatte betont, dass die Urlaubsnachfrage insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau liege. Auch Dertour-Chef Christoph Debus sprach von einer stabilen Nachfrage.
Die aktuelle Kurserholung der TUI-Aktie spiegelt genau diese Einschätzung wider. Die Börse hatte den geopolitischen Schock zunächst mit deutlichen Abschlägen eingepreist. Mit zunehmender Einschätzung der Lage relativieren sich jedoch die schlimmsten Befürchtungen.
Ob sich daraus bereits ein nachhaltiger Turnaround ergibt, bleibt abzuwarten. Solange der Konflikt nicht weiter eskaliert, dürfte sich der Fokus der Anleger wieder stärker auf die operative Entwicklung bei TUI richten. Ein Einstieg drängt sich auch nach der heutigen Erholung nicht auf.
Heute, 20:01