(neu: Kurs aktualisiert nach Handelsbeginn, weitere Analysten, Details aus Call.)
LEINFELDEN-ECHTERDINGEN (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck
Das im Dax
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi schrieb, alles in allem seien die Resultate wie erwartet. Das Ergebnis in Nordamerika sei dank einer Zollerstattung sehr stark ausgefallen. Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sprach von positiven Aussichten für das vierte Quartal. Allerdings sähen die Erwartungen des Marktes an das operative Ergebnis im kommenden Jahr ambitioniert aus.
Der Auftragseingang im Quartal legte konzernweit um 10 Prozent auf 71.168 Fahrzeuge zu. Zum zweiten Mal nacheinander lagen die neuen Bestellungen damit unter dem jeweiligen Absatz im Quartal. Im vierten Quartal 2025 sowie im ersten Jahresviertel 2026 hatten die Auftragseingänge sogar noch jeweils die Marke von 100.000 Fahrzeugen überstiegen - dabei war aber auch ein Nachholeffekt der zuvor eingebrochenen Bestellungen zum Tragen gekommen.
Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um fast drei Viertel auf 1,12 Milliarden Euro. Im Industriegeschäft zog die bereinigte operative Gewinnmarge um fast drei Prozentpunkte auf 9,1 Prozent an und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Vor allem in Nordamerika berappelte sich das Geschäft, dort verdoppelte sich die operative Marge nahezu. In Europa ging sie hingegen leicht zurück.
Der Umsatz des Industriegeschäfts - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - kletterte im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 11,6 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Freitag in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Im dritten Quartal verkaufte das Unternehmen wie bereits bekannt deutlich mehr Fahrzeuge als im sehr schwachen Vorjahreszeitraum. Der Absatz stieg um 26 Prozent auf 91.260 Fahrzeuge.
In Nordamerika legten die Verkäufe mit einem Anstieg von über der Hälfte deutlich zu. Dort waren im Vorjahr wegen der Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump die Verkäufe eingebrochen. Wegen der Unsicherheit über künftige Transportmengen hatten viele Spediteure Investitionen in neue Lastwagen zurückgestellt. Die Lage hat sich aber seit einigen Quartalen wieder aufgehellt. Nordamerika ist mit den Marken Freightliner und Western Star der größte und lukrativste Markt der Schwaben.
Im vierten Quartal nun dürfte das Nordamerika-Geschäft eine Marge um das obere Ende der Jahres-Prognosespanne von 9 bis 11 Prozent abwerfen, nach hohen 12,1 Prozent im dritten Jahresviertel. Bei Mercedes-Benz wird die Marge nach Kalkulation von Finanzchefin Eva Scherer über die Jahres-Prognosespanne von 6 bis 8 Prozent hinaus steigen. Im dritten Quartal lag sie hier bei 6,3 Prozent. Fortschreiben ins neue Jahr lasse sich das vierte Quartal aber nicht, da hier auch Nachholeffekte zum Tragen kämen.
Radström äußerte sich optimistisch für das kommende Jahr. Die Frachtraten hätten auch zuletzt weiter angezogen. Branchenexperten zufolge können steigende Frachterlöse dazu beitragen, dass Spediteure mit anziehenden Gewinnmargen ihre alternden Lkw-Flotten schneller erneuern.
Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn stieg um 59 Prozent auf 689 Millionen Euro. Chefin Karin Radström bestätigte den Jahresausblick. Im Industriegeschäft soll der Umsatz auf 43 bis 47 Milliarden steigen, die bereinigte operative Marge dürfte zwischen 7 und 9 Prozent liegen. Im Vorjahr standen hier 42,1 Milliarden Euro Erlös und eine Marge von 7,9 Prozent zu Buche./men/nas/stk
Quelle: dpa-AFX
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