FRANKFURT (dpa-AFX) - Europas führende Banken haben im Vergleich zur US-Konkurrenz im vergangenen Jahr etwas aufgeholt. Während die zehn größten europäischen Institute ihren Gewinn in Summe binnen Jahresfrist um fast acht Prozent steigern konnten, verzeichneten ihre Wettbewerber in den Vereinigten Staaten um rund neun Prozent rückläufige Ergebnisse. Das hat das Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY errechnet.
Dennoch lag der kumulierte Nettogewinn der Top-10 in den USA mit umgerechnet knapp 164 Milliarden Euro um fast 80 Prozent höher als bei den nach der Bilanzsumme zehn größten Banken in Europa, die zusammen auf rund 92 Milliarden Euro kamen. In allen Jahren der vergangenen Dekade lagen die US-Banken vorn.
Zollpolitik belastet US-Banken
Die jüngste Analyse zeige jedoch, dass die Zollpolitik der US-Regierung nicht spurlos an den US-Banken vorbeigehe, erläutert EY-Partner Ralf Eckert. Die Kreditqualität habe sich im zweiten Jahr in Folge spürbar verschlechtert. "Dennoch bleibt festzuhalten, dass die US-Banken ihren europäischen Peers in wichtigen Kennzahlen weiterhin überlegen sind - wenn auch nicht mehr so deutlich wie in der jüngeren Vergangenheit", ordnet Eckert ein.
JPMorgan beim Gewinn weit vorne
Spitzenreiter der untersuchten Banken, zu denen als einziges deutsches Institut die Deutsche Bank
In Sachen Profitabilität hat sich die Schere zwischen den USA und Europa ebenfalls etwas geschlossen: Einer Eigenkapitalrendite (Return on Equity/RoE) von 11,6 Prozent bei den US-Banken steht für 2025 in Europa ein Wert von 9,8 Prozent gegenüber. Ein Jahr zuvor war das Verhältnis 12,1 zu 9,0 Prozent. Die Eigenkapitalrendite setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital und zeigt somit, wie effizient ein Unternehmen dieses Geld eingesetzt hat./ben/DP/zb
Quelle: dpa-AFX