Auf schwache vorläufige Ergebniskennziffern von DocMorris folgten bereits am Dienstagabend enttäuschende Eckdaten vom schwedischen Online-Apotheken-Marktführer Apotea. Auch hier ließ die Profitabilität zu wünschen übrig. Neben den enttäuschenden Zahlen der beiden Unternehmen belastet zudem die charttechnische Situation Redcare Pharmacy und Co.
Apotea berichtete im vierten Quartal über ein Absatzplus von sieben Prozent auf 1,854 Milliarden Schwedische Kronen (knapp 174 Millionen Euro) und verfehlte damit die Markterwartung in Höhe von 1,913 Milliarden Kronen. Im Jahresverlauf 2025 betrug das Erlösplus indes gut zehn Prozent. Besonders schwach entwickelte sich im Schlussviertel die EBIT-Marge: Diese blieb mit 1,3 Prozent deutlich hinter der Prognose von 3,0 Prozent zurück.
Das schwache Abschneiden begründete Apotea-Chef Pär Svärdson mit Faktoren, "die isoliert auf das vergangene Quartal zurückzuführen sind". Dennoch wird die Aktie abgestraft: An der Börse in Stockholm verliert das Papier rund 15 Prozent.
Ein negativer Abstrahleffekt auf Redcare Pharmacy und DocMorris, wo auch noch die enttäuschenden Q4-Eckdaten des in der Schweiz gelisteten Akteurs nachwirken. Hinzu kommt bei beiden Titeln die schwache charttechnische Verfassung: Das Papier von DocMorris droht auf ein neues Mehrjahrestief abzurutschen. Bei Redcare Pharmacy wurde mit dem Bruch der Unterstützungszone bei rund 60 Euro ein weiteres Verkaufssignal ausgelöst, das gleichbedeutend mit einem Mehrjahrestief ist.
Die Sorgen, dass die Profitabilität bei Online-Apotheken auf der Strecke bleiben könnte, nehmen bei Redcare Pharmacy nach den jüngsten Eckdaten europäischer Online-Arzneimittelversender zu. Zudem ist weiter schwer abzuschätzen, welche Marktanteile die Drogeriekette dm beim Versand von rezeptfreien Medikamenten gewinnen kann. Und Unsicherheit mag die Börse bekanntlich nicht. Anleger bleiben beim börsennotierten Online-Apotheken-Trio (Redcare, DocMorris und Apotea) vorerst an der Seitenlinie.
Heute, 10:05