Novo Nordisk drückt beim Wegovy-Tablettenstart aufs Tempo – und rüstet international nach. Während die Abnehmpille in den USA fulminant angelaufen ist, plant der dänische Konzern den Ausbau seines Standorts im irischen Athlone. Dort soll künftig für Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten produziert werden.
Ziel ist es, verlorenes Terrain im lukrativen Adipositas-Markt zurückzuerobern – insbesondere gegenüber dem US-Konkurrenten Eli Lilly. Die Zahlen sprechen bislang für Novo: Ende Dezember erhielt die orale Version von Wegovy die FDA-Zulassung, Anfang Januar folgte der Marktstart. Bereits vier Wochen später nahmen mehr als 170.000 Patienten das Präparat ein, inzwischen liegt die Zahl der Verschreibungen bei über 240.000.
Kurzzeitig sorgte ein Vorstoß des Onlineanbieters Hims & Hers für Unruhe, der eine eigene GLP-1-haltige Rezeptur auf den Markt brachte. Doch eine Patentklage von Novo sowie angekündigte Schritte der US-Behörden gegen massenhafte GLP-1-Nachahmungen bremsten die Initiative aus.
Außerhalb der USA steht die Zulassung noch aus. Entsprechende Anträge bei der europäischen Arzneimittelbehörde und weiteren Behörden wurden in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingereicht, eine EU-Entscheidung wird Anfang dieses Jahres erwartet. Bereits 2023 hatte Novo für rund 91 Millionen Dollar ein Tablettenwerk in Athlone übernommen – inklusive rund 400 Mitarbeitern und zusätzlicher Kapazitäten für bestehende und künftige orale Produkte.
Die britische Investmentbank Barclays äußerte sich zuletzt vorsichtig optimistisch zu Novo Nordisk, auch wenn sie das Kursziel von 360 auf 340 dänische Kronen gesenkt hat. Den schwächer als vom Markt erwartet ausgefallenen Ausblick des Pharmakonzerns auf 2026 hält Analyst James Gordon für konservativ.
Die Aktie von Novo Nordisk hat sich nach dem jüngsten Einbruch zuletzt stabilisiert. Eine ausführliche Analyse und Neueinschätzung zur Aktie lesen Sie in der Ausgabe 08/2026 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
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Heute, 07:21