Der Biopharma-Konzern Novo Nordisk kommt nicht zur Ruhe. Während Eli Lilly im wachstumsstarken Adipositas-Markt an den Dänen vorbeigezogen ist, nehmen die Wachstumssorgen zu. Indes gibt es nun auch noch neuen Ärger mit der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA. Die Aktie präsentiert sich daraufhin in einer schwachen Verfassung.
Wie unter anderem das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, habe Novo Nordisk eine Warnung von der FDA erhalten, weil das Unternehmen versäumt habe, schwerwiegende vermutete Nebenwirkungen bei Patienten zu melden, die die GLP-1-Behandlungen des Unternehmens eingenommen hatten.
Die FDA hob in einem Schreiben vom Donnerstag Fälle hervor, darunter zwei Todesfälle und einen Selbstmord im Zusammenhang mit Patienten, die Semaglutid einnahmen, das Novo Nordisk unter den Namen Ozempic und Wegovy vermarkte, so das WSJ weiter.
Auf dem US-Markt unter Druck
Novo Nordisk hat in den USA ohnehin mit Preisdruck zu kämpfen. Der Platzhirsch Eli Lilly ist mit seinen Tirzepatid-basierten Produkten Zepbound (Adipositas) und Mounjaro (Diabetes) mit einer deutlich höheren Schlagzahl unterwegs und verzeichnet im Vergleich zu Novo Nordisk ein dynamisches Wachstum. Die Dänen rechnen im laufenden Geschäftsjahr sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig mit Rückgängen, während Eli Lilly weitere Zuwächse in Aussicht gestellt hat.
Darüber hinaus sorgten sogenannte Rezeptur-Apotheken wie Hims & Hers für Ungemach bei Novo Nordisk. Inzwischen will die Gesellschaft mit dem Unternehmen wieder zusammenarbeiten, um die beliebten Appetitzügler noch mehr Menschen zugänglich zu machen.
Bei der Aktie von Novo Nordisk ist weiterhin keine größere Erholungsbewegung nach der enttäuschenden Prognose Anfang Februar im Chartverlauf zu sehen. Auch heute ging das Papier mit einem Minus von knapp drei Prozent an der Heimatbörse in Kopenhagen aus dem Handel. Die Dänen haben im Adipositas-Markt ihren First-Mover-Effekt klar verspielt. Das gilt auch für das Vertrauen des Kapitalmarktes. Anleger sollten Novo Nordisk dennoch langfristig nicht abschreiben, wenngleich sich derzeit kein Einstieg aufdrängt.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 19:11