Die Biotech-Gesellschaft Moderna ist zurück im Rampenlicht. Nach dem Abklingen der Corona-Pandemie und einer mehrjährigen Lethargie konnten die Amerikaner jüngst mit positiven Ergebnissen bei einem personalisierten Krebsimpfstoff für Furore sorgen. Doch zahlreiche Analysten treten auf die Euphoriebremse.
Berenberg gesellt sich zu den kritischeren Stimmen, nachdem sich die Aktie aus dem Stand an einem Handelstag zeitweise um gut 175 Prozent verteuern konnte. Die Einstufung lautet weiterhin "Hold"; das Kursziel wurde zwar von 45 auf 100 Dollar mehr als verdoppelt. Das Downside-Potenzial beträgt damit allerdings immer noch gut 25 Prozent.
In der neuen Studie modelliert Berenberg mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass der personalisierte Krebsimpfstoff bei Melanomen zur Zulassung geführt werden kann und in der Spitze 3,5 Milliarden Dollar Umsatz für Moderna generieren kann.
Doch die Analysten mahnen zur Vorsicht: Das Ausmaß des Nutzens sei unbekannt. "Bisher wurden keine detaillierten Wirksamkeitsdaten vorgelegt, und das Gesamtüberleben (OS) ist noch nicht ausgereift", heißt es. Darüber hinaus sei die Übertragbarkeit auf andere Krebsarten nicht gesichert.
"Das Melanom ist für INT besonders gut geeignet. Als stark immunogener Tumortyp war es die erste Indikation für moderne Immuntherapie-Ansätze", ergänzen die Analysten. Der Erfolg beim Melanom liefere zwar positive Hinweise auf einen Nutzen in anderen Indikationen, doch hinsichtlich der Übertragung der Effektgröße bestehe weiterhin erhebliche Unsicherheit.
Moderna hat mit den positiven Schlagzeilen neue Bewertungsfantasie außerhalb der Infektionskrankheiten freigesetzt. Zudem waren viele Marktteilnehmer vor den Studienergebnissen auf der Short-Seite unterwegs, die die Kursexplosion befeuert haben. Moderna muss nun weitere Details liefern. DER AKTIONÄR bleibt im AKTIONÄR-Depot nach Teilverkäufen mit der verbleibenden Position investiert. Indes eröffnen sich weitere Chancen im Biotech-Bereich, die Anleger jetzt nutzen sollten. Im neuen Aktien-Report "Biotech-Rally: Neue Senkrechtstarter" lernen Sie ein aussichtsreiches Trio kennen.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna, BioNTech, Merck & Co. Pfizer, Gilead Sciences
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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