Der DAX-Konzern Bayer hat am gestrigen Donnerstagabend detaillierte Ergebnisse aus der OCEANIC-Stroke-Studie mit Asundexian auf einem Fachkongress in New Orleans vorgelegt. Diese kamen am Markt und unter den Analysten sehr gut an, die Aktie konnte gegen den Markt deutlich zulegen und wieder gen Mehrjahreshoch streben.
Die Tests ergaben eine Reduzierung der Anzahl von wiederkehrenden Schlaganfällen um gut ein Viertel. Die am frühen Donnerstagabend deutscher Zeit auf einem Fachkongress in New Orleans vorgestellten Daten sind wichtig, um das Marktpotenzial des Mittels nach einer möglichen Zulassung abschätzen zu können. Für den Branchenexperten Richard Vosser von der Bank JPMorgan untermauern die Studienergebnisse die Stärke von Asundexian bei der Vermeidung eines zweiten Schlaganfalls.
Konkret zeigten die Tests laut dem Konzern, dass Asundexian bei einmal täglicher Gabe im Vergleich zu einem Placebo das Risiko eines weiteren Schlaganfalls jeglicher Art (ischämisch oder hämorrhagisch) um 26 Prozent senkt. Auch reduzierte Asundexian signifikant den sogenannten kombinierten Endpunkt der Studie aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt (MI) oder Schlaganfall sowie den zusammengesetzten Endpunkt aus Tod jeglicher Ursache, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Überdies konnte Bayer bei der Vergabe von Asundexian im Vergleich zum Placebo keinerlei Erhöhung bei der Rate schwerer, sogenannter ISTH-Blutungen feststellen. Das Risiko für leichte Blutungen, einen hämorrhagischen Schlaganfall, symptomatische intrakranielle Blutungen und tödliche Blutungen sei ähnlich hoch wie bei einem Placebo gewesen, hieß es weiter.
Die Analysten Christian Faitz und David Evans von Kepler Cheuvreux gehen laut einer Einschätzung von Ende Januar im Fall eines "ordentlichen" Ergebnisses von einem erreichbaren Jahresspitzenumsatz von einer Milliarde Euro aus. Dies dürfte auch von Branchenkennern insgesamt so erwartet werden, schrieben die Kepler-Experten. Bei "exzellenten" Studienresultaten wären laut Faitz und Evans sogar zwei Milliarden Euro denkbar.
Bayer kann im Falle von Zulassungen, von denen der Markt nun ausgeht, einen weiteren wichtigen Umsatzstrom generieren. Denn der einstige Top-Seller des Unternehmens, der Gerinnungshemmer Xarelto, sieht sich nach seinem Patentablauf generischem Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Auch der Blockbuster Eylea wird auf absehbare Zeit die Marktexklusivität verlieren. Neue Medikamente wie das Prostatakrebsmedikament Nubeqa sollen diese Lücke schließen. Und auch Asundexian könnte perspektivisch helfen, die wegbrechenden Einnahmen bei Xarelto und Eylea in Teilen zu kompensieren.
Die viel beachteten Studienergebnisse finden am Markt Anklang und die Aktie gewinnt gut drei Prozent an Wert. Positive Daten wurden allerdings erwartet und der DAX-Titel ist zuletzt gut gelaufen. Die Luft wird dünner, der vom AKTIONÄR im November empfohlene Discount-Call mit der WKN UG8QQ9 bleibt eine Halteposition mit einem deutlich ins Geld nachgezogenen Stopp bei 1,70 Euro.
Enthält Material von dpa-AFX
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Heute, 07:50