Rückschlag für Tesla im wichtigsten Automarkt der Welt, in China. Der Elektroauto-Pionier muss knapp drei Millionen Fahrzeuge wegen Sicherheitsproblemen mit versenkbaren Türgriffen zurückrufen. In einem ohnehin schwachen Gesamtmarkt fällt die Tesla-Aktie um knapp zwei Prozent zurück, womit die jüngste Erholungsbewegung leicht ausgebremst wird.
Hintergrund der Rückrufaktion sind laut Angaben der chinesischen Marktaufsichtsbehörde vom Freitag die mechanischen Notentriegelungsgriffe in einigen Tesla-Modellen, die nicht deutlich genug zu erkennen seien. Medienberichten zufolge handelt es sich um die bisher größte Rückrufaktion eines Autoherstellers in China. Betroffen sind sowohl in China produzierte als auch importierte Tesla-Fahrzeuge.
Der von Tech-Milliardär Elon Musk gegründete E-Auto-Produzent Tesla hat die Technik versenkbarer Türgriffe, die elektrisch ein- und ausgefahren werden, weltweit bekannt gemacht. Bricht die Stromversorgung nach einem Unfall ab, funktionieren die elektrischen Türöffner nicht mehr, weshalb Insassen dann mechanische Türöffner betätigen müssen. Die sind nach Darstellung der chinesischen Behörden aber nicht immer deutlich genug gekennzeichnet.
Tesla will die nun vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen – und mit Hilfe eines Updates dafür sorgen, dass sich die Fenster der Autos nach einem Unfall öffnen lassen. Bereits zu Beginn des Jahres teilten die Behörden in China mit, dass die Volksrepublik als erstes Land der Welt versenkbare Türgriffe verbieten werde. Die Änderung tritt mit Beginn kommenden Jahres in Kraft und gilt für alle ab dann in China verkauften Autos.
Die Problematik mit den Türgriffen ist Tesla bekannt. Ohnehin richtet sich der Fokus beim Tech-Unternehmen zusehends auf die anderen Bereiche mit Multi-Milliarden-Potenzial wie KI, autonomes Fahren, Robotik (Optimus) oder Chips (Terafab).
Die Kursreaktion auf den Massen-Rückruf in China hält sich in Grenzen. Dennoch muss Tesla-Chef Elon Musk bei den anderen Megatrends dringend neue Akzente setzen, um die hohe Bewertung des Unternehmens auf Dauer rechtfertigen zu können.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 20:45
Bei Google bevorzugen